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Palästina · 1930-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1930) · p. Seite 235

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1930)
Article
Boden- und Immigrationspolitik im Shaw-Bericht
Date
1930-07-01
Page
Seite 235 (sequence 3)
Language
German
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Bericht so leichthin in der Sprache von Oberflächlichkeit, 235 Nachlässigkeit und Geistesabwesenheit:1) „Es wird uns gesagt... der Sättigungspunkt sei erreicht... es wird uns gesagt, daß die Versuche im Tale Esdralon gezeigt haben... Wir werden unterrichtet, daß die wirklichen Tatsachen sind..." Angesichts solcher Untersuchungsmethoden können wir uns nur beglückwünschen, daß diejenigen, die der Kommission das alles „gesagt" und sie „unterrichtet" haben, bei dem stehen geblieben sind, was sie gesagt haben. Aber vielleicht genügt auch das. „Die Behauptung, daß der Fellache kein persönliches Interesse an der Politik nimmt, wurde durch unsere Erfahrung in Palästina nicht bestätigt. Niemand, der im Lande herumgekommen ist wie wir und den Beifall gehört hat, mit welchem viele Stellen in den uns vom Dorfältesten vorgelegten Adressen begleitet wurden, könnte zweifeln...2)" Ein wahrhaft schlagender Beweis! Das ist also die experience, die diese Kommission für genügend hält, um darauf Schlußfolgerungen zu basieren. Der Applaus hat ihr den Kopf verdreht. Sie ist wirklich naiv genug, um diese Demonstrationen nicht zu durchschauen. Wie bedauernswert, daß die jüdische Bevölkerung die Kommission so stark überschätzt hat, daß sie ihr nicht auch ähnliches ökonomisches und politisches Beweismaterial zur Verfügung gestellt hat! Mit diesem Maß an Sachkenntnis, Einsicht und Urteilskraft geht die Untersuchungskommission auf Grund des Kreuzverhörs an die Probleme von Land und Immigration heran. Nehmen wir zunächst das Landproblem: Die Schlüsse der Kommission zu diesem Punkt können dahin zusammengefaßt werden, daß der palästinensische Boden gegenwärtig keine größere als die vorhandene landwirtschaftliche Bevölkerung ernähren könne, daß jüdischer Bodenerwerb in größerem Maßstabe notwendigerweise zur Verletzung der Rechte der ansässigen Pächter, Bauern oder „squatters" und zur Schaffung einer landlosen Klasse führen müsse, daß die Interessen dieser Gruppen bisher nicht genügend geschützt gewesen seien, daß, wenn der Schutz der ansässigen Bevölkerung durch gesetzliche Maßnahmen, wie etwa ein Feddan- Gesetz, gewährleistet würde, nur durch eine technische Revolution der palästinensischen Landwirtschaft in bestimmten Bezirken 1) Seite 121—123. 2) Seite 129.

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