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Palästina · 1930-06-01 · Heft 6 (Juni 1930) · p. Seite 218

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 6 (Juni 1930)
Article
Die Erklärung der englischen Regierung an die Mandatskommission [Nachricht]
Date
1930-06-01
Page
Seite 218 (sequence 3)
Language
German
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218 ^C ^eg*eruns stell1 Untersuchungen an über die Methode der Auswahl von Immigranten. Ferner enthält die Erklärung noch Mitteilungen, daß die Regierung die Fragen der Konstitution und der Garnison prüfe, daß sie aber in bezug auf Boden und Einwanderung den Bericht von Simpson abwarte. Eine abschwächende Äußerung Dr. Shiels vor der Mandatskommission. Am 3. Juni wurde die außerordentliche Sitzung der Mandatskommission eröffnet. Unterstaatssekretär Dr. Shiels erklärte, die Sperre beruht auf einem Mißverständnis. Es handle sich um eine vorübergehende Maßnahme. Die englische Regierung stelle die Vorteile fest, die ganz Palästina durch den bemerkenswerten Unternehmungsgeist und die Ergebenheit der jüdischen Bevölkerung gehabt hat. England würdige die erhabenen Werke, von denen die jüdischen Bestrebungen in Palästina ausgehen. — Die Vertreter Englands hei der Junitagung der Mandatskommission sind Dr. Shiels, Luke und Lloyd (Sekretär der Shaw-Kommission). Regierung und Araber. Ein offizielles Kommunique der britischen Regierung sagt, daß die von der arabischen Delegation verlangten konstitutionellen Änderungen völlig unannehmbar sind, da sie es der Regierung unmöglich machen würden, ihren mit dem Mandat übernommenen Verpflichtungen nachzukommen. Die arabische Delegation erklärte, daß sie verlangt habe, die Einwanderung zu sperren, daß der in arabischem Besitz befindliche Boden nicht verkauft werden dürfe und eine demokratische Regierung eingerichtet wTerden soll. Die englische Regierung habe dies abgelehnt, daher müsse die Delegation nach Hause fahren. Völkerbundrat. Am 15. Mai gab Außenminister Henderson eine Erklärung über die Entsendung Simpsons ab. Die Militärstreitkräfte in Palästina wurden verstärkt, die rein britische Polizeiabteilung beträgt 400 Mann, wozu weitere 79 hinzukommen werden. Die Regierung studiert die Fragen und hofft, im Rahmen des Mandats die legitimen Forderungen der Araber zu befriedigen und die von ihnen noch gehegten Befürchtungen zu zerstreuen. Mandatskommission. An Stelle von Dr. Kastl wurde Dr. Büppel als Mitglied für Deutschland ernannt. Die Klageraauerkommission. Der Völkerbundrat hat am 14. Mai diese Kommission ernannt. Sie besteht aus Chiel Loefgren (Schweden) als Vorsitzender, Karl Barde (Schweiz), van Kempen (Holland). Alle drei Mitglieder sind Protestanten. Die Kommission wird im Juli in Palästina eintreffen. Mohammedanischer Palästinatag in Bombay und Palästina. Am 16. Mai veranstalteten Mohammedaner in Bombay eine Demonstration gegen die Balfour-Erklärung und für die Befriedigung der Forderungen der palästinensischen Mohammedaner durch England. In Palästina fand an diesem Tag ein Streik der Araber statt. Gerichtsverhandlungen. Drei Araber aus Hebron wurden wegen Mordes zu 1700 £ Entschädigung, zwei von ihnen zum Tode verurteilt. — Die Berufung gegen die verhängte Todesstrafe gegen den Juden J. Orphali wurde verworfen. Bekanntlich haben sämtliche Zeugen günstig für ihn ausgesagt. Der Brith Schalom hat an den Oberkommissär eine Petition gerichtet, die gefällten Todesurteile in Kerkerstrafen zu verwandeln, da die arabischen Mörder nur Werkzeuge der Hetzer waren, die selbst straflos ausgehen. Inzwischen hat dieser 22 Todesurteile gegen Araber (von 25) aufgehoben. Über die Berufung Orphali ist vom Privy Council noch keine Entscheidung gefällt. Die Kollektivstrafen. Der arabischen Bevölkerung von Hebron ist wegen der Massakers eine Buße von 10.000, den benachbarten Dörfern eine solche von 4000 £ auferlegt worden, zahlbar innerhalb von fünf Jahren. Dem Dorfe Koloniah wurde wegen des Überfalls auf Mozza 1500 £ auferlegt.

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