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Palästina · 1930-06-01 · Heft 6 (Juni 1930) · p. Seite 204

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 6 (Juni 1930)
Article
Die Zusammensetzung der Beamtenschaft der Palästinaregierung
Date
1930-06-01
Page
Seite 204 (sequence 3)
Language
German
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204 jährige Amtstätigkeit im Lande hervor, wo es heißt: „Von vielen vor-» gebildeten Juden (der Sperrdruck stammt vom Verfasser), die selbst in den Dienst der Regierung treten wollten, konnte nur ein sehr kleiner Teil beschäftigt werden, um nicht die Rechte anderer zu beeinträchtigen4,4. Eine solche Politik erschwerte die Aufnahme von vorgebildeten^ Juden in die Regierungsämter. Hingegen wurden die Bedingungen für die Anstellung von Arabern erleichtert; so wurde in der überwiegenden Zahl der Fälle nicht einmal die Kenntnis der hebräischen Sprache gefordert, auch wenn die Beamten für den Dienst in vollkommen jüdischen Gebieten oder in solchen mit jüdischer Mehrheit bestimmt waren, und obwohl der durchschnittliche arabische Beamte, sowohl was seine Vorbildung als auch was seine Erfahrungen anbetrifft, mit den jüdischen nicht verglichen werden konnte. Ja, noch mehr, die große Sorge der Regierung, „die Rechte anderer nicht zu beeinträchtigen", beeinflußte in der Wirklichkeit nur die Festsetzung des Anteils der Juden, sie hemmte aber keineswegs die außerordentliche Vermehrung der christlichen Beamten, die heute nahezu die Hälfte aller Beamten ausmachen, trotzdem der Anteil der Christen an der Bevölkerung 10% nicht übersteigt (siehe Tabelle 1). Aus der Tabelle 1 sehen wir, daß die absolute Zahl der Moslems sich nahezu verdoppelte und deren relativen Anteil auf das l1/2fache stieg. Der prozentuale Anteil der Christen sank ein wenig, doch selbst wenn man die 343 christlichen Engländer abzieht, ergibt sich, daß die palästinensischen Christen einen dreimal so großen Anteil an der Beamtenschaft haben, als der relativen Zahl ihrer Einwohner entspricht. Der Anteil der Juden an der Beamtenschaft sank von 26'3 % im Jahre 1921 auf 22*5% im Jahre 1929, obwohl die jüdische Bevölkerung von 12% im Jahre ]921 auf 19% im Jahre 1929 stieg. Mit noch mehr Klarheit veranschaulicht diese Entwicklung die Tabelle 2. Wir ersehen aus dieser Tabelle, daß die Zahl der christlichen Beamten um 17*7% zunahm, während die absolute Zahl der christlichen Einwohner bloß eine Vermehrung von 14*6% gegenüber dem Jahre 1921 aufzuweisen hat. Bei den Moslems, deren Bevölkerung um 20% zunahm, stieg die Zahl der Beamten um 90%. Hingegen vermehrte sich die Zahl der jüdischen Beamten nur um 25%, trotzdem der jüdische Jischuw in dieser Zeitperiode um 115% zunahm. Der Prozentsatz der jüdischen Beamten sank also im Verhältnis zum Wachsendes jüdischen Jischuw imLaufe derletztenneun Jahre fast auf die Hälfte. Wir haben hier allgemeine Zahlen wiedergegeben, aus denen nicht hervorgehen kann, daß, wie in der Wirklichkeit, ganze Teile von Regierungs-

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