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Palästina · 1930-04-01 · Heft 4-5 (April 1930) · p. Seite 192

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 4-5 (April 1930)
Article
[Rezension]
Date
1930-04-01
Page
Seite 192 (sequence 3)
Language
German
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Palästina wird stark betont, die Möglichkeit, daß neben utilitaristischen Gründen auch solche idealistischer Natur für die Unterstützung zionistischen Strebens durch England maßgebend sein können, wird gar nicht in ^Betracht gezogen, obwohl manche Gründe (zum Beispiel das seinerzeitige Angebot von Uganda) dafür sprechen. Die Juden sind für Schwarzenberger eine Figur am englischen Schachbrett, der jüdischarabische Konflikt ist nach ihm im eminenten Interesse Großbritanniens gelegen. (Die englische Politik „sucht mit allen Mittein die Annäherung von Juden und Arabern zu verhindern", S. 80.) Dieser jüdisch-arabische Gegensatz wird vom Autor sehr unterstrichen, das jüdische Recht auf eine Heimstätte in Palästina bestritten, bei welcher Gelegenheit Schwarzenberger die folgende originelle Behauptung aufstellt: „Gegenüber dieser These (rechtlicher Anspruch des jüdischen Volkes auf eine Heimstätte in Palästina) weisen die arabischen Blätter nicht mit Unrecht (von mir gesperrt, die Rez.) darauf hin, sie könnten danach Ansprüche auf Spanien und ganz Nordafrika geltend machen" (S. 46). Nach all dem überrascht es einigermaßen, schließlich die rolgende Erkenntnis des Autors zu lesen: „Demgegenüber ist es erfreulich, wenn sich allmählich in immer stärkerem Maße ruhig und klar denkende jüdieche und arabische Politiker die Frage vorlegen, ob objektiv die in der Gefühlssphäre so maßlos übersteigerten Gegensätze wirklich in derselben Stärke bestehen. So wird von der zionistischen Seite mit Recht darauf hingewiesen, daß die jüdische Einwanderung auch nicht zu unterschätzende positive Seiten für die Araber hat: Steigerung des Bodenwertes, Hebung der Arbeitslöhne und des kulturellen Niveaus der Bevölkerung" (S. 81). Die Monographie Schwarzenbergers, die, wie bereits erwähnt, keine neuen juristischen Erkenntnisse zu den Problemen des VBM. enthält, verdient ein gewisses Interesse als erste, ausgesprochen antizionistische Arbeit über das Palästinamandat. Dr. Manka Spiegel, Graz. PALfiSTINE, Nouvelle Revue Juive, Verlag Rieder, Paris, 7 Place St. Sulpice. Diese gut redigierte und vornehm ausgestattete Zeitschrift, die vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde, ist für das französisch lesende Publikum eine überaus wertvolle Quelle der Information in zionistischen Fragen. Das letzte Heft (September- Dezember 1929) ist zum großen Teil den blutigen Ereignissen in Palästina gewidmet; es wird eingeleitet durch die Wiedergabe des Vortrages, den der Präsident des Comite France-Palestine, Senator Justin Godart, nach der Rückkehr von seiner palästinensischen Studienreise in Paris hielt. Macht diese Rede durch ihr Verständnis für die jüdischen Bestrebungen in Erez Israel und durch die keineswegs kühle Objektivität Justin Godarts den besten Eindruck, so sind die folgenden Aufsätze von A. Barisac und Ben-Gavriel ein flammender und doch würdiger Protest gegen arabische Bestialität und britische Indolenz. Ein Dokument wahrer Menschlichkeit, der bekannte Brief Einsteins vom 12. Oktober 1929 an den Manchester Guardian, wurde im "Wortlaut ins Französische übersetzt und in Palestine abgedruckt. Doch nicht nur spezifisch palästinensisch-zionistische Probleme werden in dieser Zeitschrift erörtert, wie die folgenden Aufsätze (Leon Chestov: Spekulation et Prophetie; Henry Serouya: La Philosophie Morale de Leon Brunschvicg) beweisen. Eine interessante Zusammenstellung der Pressestimmen aller Länder zu den Ereignissen in Palästina, eine Übersicht über die Ergebnisse des 16. Zionistenkongresses sowie einige Buchbesprechungen beschließen den Band. Dr. M. Sp. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Adolf Böhm, Wien. XVI., Wilhelminentsraße 28. Eigentum und Verlag: C. Barth, Wien, I., Heßgasse 7. — Druck: „Elbemühl*, Wien, IX., Berggasse 31.

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