Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- [Rezension] / ad. bm.
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 189 (sequence 2)
- Language
- German
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Universität. Abhandlungen aus dem Gebiete der Auslandkunde, Bd. 31, A/3, Verlag Friedrichsen de Gruyter & Co. m. b. H., Hamburg 1929. 260 S. mit 4 Kartenskizzen. — Das Buch gibt eine ausführliche Darstellung der Vorgeschichte dieser Staatenbildung mit Beigabe'zahlreicher Dokumente und eine Schilderung der neu entstandenen Staaten lit sehr viel Quellenmaterial. Wir müssen uns hier auf die Darstellung des Autors über Palästina beschränken. Im ganzen ist, wie bei allen deutsch-politischen Autoren, ein starkes Ressentiment gegen die englische Weltpolitik durchzuspüren, was natürlich auch für die Beurteilung der den Arabern im Kriege gemachten Zusagen Englands gilt. Über Begriff und Wesen des Mandats ist merkwürdigerweise in dem von einem Juristen geschriebenen Buch keinerlei Erörterung enthalten. An einer Stelle nennt Topf das Mandat eine „Verschleierung der Annexion" (S. 59), was für die A-Mandate sicher nicht zutrifft. Über Englands Interesse an Palästina sagt der Autor, daß der Krieg gezeigt habe, daß der Suezkanal auch von der arabischen Seite her verteidigt werden müßte. Der Zionismus ist für England der Vorwand für die „Betreuung" Palästinas gewesen (S. 59). Der Zweck der erweiterten Jewish Agency ist nach Topf — die Festigung der englischen Herrschaft in Palästina (S. 60). Der Autor gibt zu, daß aus dem Mandat nicht hervorgehe, daß die Gründung eines Judenstaates beabsichtigt sei, ein solcher müßte ja eine Beseitigung der englischen Herrschaft bedeuten. England spielt die Araber gegen die Zionisten aus, das ist seine Stärke. Man versteht diesen Zusammenhang durchaus nicht. Zuerst ist der Zionismus nach Topf Englands Legitimation, die Agency Englands Stütze, wie kann es also die Stärke Englands sein, die Araber gegen die Zionisten zu setzen? Der Autor geht aber noch weiter in seinen völlig schiefen Behauptungen, indem er sagt: „Weitpolitisch betrachtet dient die Zionistenpolitik dazu, England die Kontrolle über das Ostjudentum und weiter über die jüdische Internationale zu verschaffen und zu sichern." Was ist das, die jüdische Internationale? Solche Begriffe und Anschauungen, die stark nach den „Weisen von Zion" schmecken, sollten doch nicht von einem so ernst zu nehmenden Autor irgendeinem antisemitischen Pamphlet — anscheinend den Mitteilungen des „Bundes der Asienkämpfer" — entnommen werden. England, sagt Topf, habe infolge seines Interesses an der erweiterten Jewish Agency auf deren Schaffung gedrängt, was bekanntlich nicht richtig ist und was Topf einer antizionistischen Quelle entnimmt. Topf gibt zu, daß sich die Verhältnisse im Bodenbesitz zugunsten der Araber verschoben haben, obzwar er behauptet, daß die Regierung die Ansiedlung der Juden förderte, und auch etwas von „Landvergebungen an Einwanderer" durchschimmern läßt. Daß die Regierung nichts Derartiges getan hat ist leider Tatsache. Warum der Autor übrigens ganz veraltete Ziffern über Bodenbesitz (ex 1925) und Bevölkerung (ex 1926) bringt, da er doch zumindest in dieser Zeitschrift, die er benutzt hat, neuere Daten hätte finden können, ist nicht erklärlich. Er benützt auch mit Vorliebe die Ausführungen der Anti- und Azionisten Dr. Wiener und Kreppel. Er behauptet im striktesten Gegensatz zu den Tatsachen, daß die Beamtenschaft vorwiegend englisch und jüdisch ist, weniger arabisch, obzwar er selbst die Ziffern anführt, nach denen 1928 von 2560 Beamten 678 Juden waren. Er übersieht dabei auch, daß die als „Christen" angeführten Beamten auch fast nur Araber sind. Das Parlament verlangten die Araber nach Topf, weil der Zionismus zurückgehe und das Parlament ihm daher jetzt den Todesstoß geben will. Die Zionisten sind im allgemeinen enttäuscht. Ein Teil ist überhaupt nur nach Palästina gekommen, „um aus dem Aufbau des Nationalismus ein Geschäft zu machen". Die Ausführungen Topfs über Palästina sind herzlich unbefriedigend. Im Umfang von bloß 18 Seiten gegenüber 13, die Transjordanien gewidmet sind schon an sich