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Palästina · 1930-04-01 · Heft 4-5 (April 1930) · p. Seite 171

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 4-5 (April 1930)
Article
Der Bericht der Untersuchungskommission [Nachricht]
Date
1930-04-01
Page
Seite 171 (sequence 4)
Language
German
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2. Möglichkeiten einer Erhöhung der Produktivität; 3. Umfang der Ländereien, die erschlossen werden können, und Möglichkeiten der Wasseraufspeicherung und Bewässerung. Er legt besonderen Nachdruck auf die Zusammenarbeit von Juden und Arabern in Palästina und empfiehlt als ersten Schritt, daß einige Persönlichkeiten von unzweifelhaftem Charakter und Einfluß auf beiden Seiten sorgfältig ausgewählt werden und zusammen die Möglichkeit gemeinsamer Anstrengungen für gemeinsam anerkannte Ziele klären sollen. Von einem solchen Beginn aus könnte eine Bewegung zur Zusammenarbeit beider Völker schließlich von Führern auf die Gemeinschaften als Ganzes ausgedehnt werden. Regierungserklärungen. Der Unterstaatssekretär der Kolonien Dr. Shiels erklärte am 6. März in Edinburgh einer zionistischen Abordnung, daß die Regierung in keiner Weise beabsichtige, von der im Mandat und in der Balfour-Deklaration niedergelegten Politik abzuweichen. Die palästinensische Regierung befasse sich jetzt mit der Bodenfrage. Es würde ein Fehler sein, eine Masseneinwanderung zu fordern, da die Einwanderung in Einklang mit der Aufnahmsfähigkeit des Landes und den angemessenen Ansprüchen der verschiedenen Gemeinschaften stehen müsse. — Nach Erscheinen des Berichtes der Untersuchungskommission erklärte Premierminister Macdonald am 3. April, daß die Regierung an dem Mandat festhalten und beiden Teilen der Bevölkerung Palästinas in gleicher Weise Gerechtigkeit widerfahren lassen will. Der Bericht wird genau studiert werden. Zur Sicherstellung der Ruhe trifft die Regierung Vorsorge für sofortige Stellung der nötigen Polizeikräfte. Rücktritt der jüdischen Stadträte in Jerusalem. Unter der Jerusalemer Judenheit herrscht große Empörung darüber, daß der Bürgermeister Ragheb Bey Nashashibi, der sich mit der arabischen Delegation nach London begab, mit der Leitung des Bürgermeisteramtes während seiner Abwesenheit den christlichen Vizebürgermeister von Jerusalem, Jakub Faraji, betraut hat, obwohl er von Rechts wegen den jüdischen Vizebürgermeister Chaim Solomon hätte betrauen sollen, der sowohl im Hinblick auf die zahlenmäßige Überlegenheit der jüdischen Bevölkerung von Jerusalem und wegen seines höheren Alters als der erste Vizebürgermeister rangiert. Der Rat der Jerusalemer Juden sandte an das Kolonialamt in London einen Protest, daß Nashashibi nicht als Privatperson, sondern als Bürgermeister von Jerusalem in der arabischen Delegation auftritt. — Die jüdischen Stadträte Ch. Salomon, J. Benzion, J. Eljaschar und R, Schama haben ihre Mandate niedergelegt. Die arabische Delegation ist Ende März in London eingetroffen. Der arabische Hilfsfonds. Dieser ergab einschließlich auswärtiger Spenden 7444 f. Kollektivstrafen. Der Oberkommissär bestätigte die Kollektivstrafen gegen Dörfer, welche sich am Angriff gegen Artuf beteiligt hatten: Dorf Direven 1200 £, Dörfer Ishwaa und Zeraa je 800 f. Neuerdings wurde den Dörfern, die an der Zerstörung der Kolonie Kfar Uriah beteiligt waren, Strafen von insgesamt 1650 £ auferlegt. Die Gerichtsverhandlungen. Das Jerusalemer Gericht hat fünf weitere Todesurteile wegen Mordes gegen arabische Angeklagte verhängt. Bei neuerlicher Verhandlung erster Instanz in Jaffa wurde der spaniolische Jude Orphali wieder zum Tode verurteilt. Dies geschah trotz entlastender Zeugenaussagen. Die Berufung ist erhoben worden. Organisierung der Fellachen. Ende März fand in Adjur bei Hebron eine Versammlung von 600 arabischen Scheichs und Dorfältesten Südpalästinas statt. Die große Mehrzahl stellte eine Reihe von rein wirtschaftspolitischen Forderungen auf, insbesondere solche wegen Steuerbefreiungen, indes eine kleine Minorität eine von der

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