Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Der Bericht der Untersuchungskommission [Nachricht]
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 169 (sequence 2)
- Language
- German
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and daß von zionistischer Seite solche Ansprüche geltend gemacht wurden, daß sie arabische Befürchtungen wegen eines schließlichen Verlusts der wirtschaftlichen Existenz und einer politischen Unterdrückung hervorrufen könnten. 4. Die Kommission richtet die Aufmerksamkeit auf die Anzahl von Fällen, in denen beim Verkauf von Boden arabische Landwirte entfernt wurden, ohne daß anderer Boden zu ihrer Wiederansiedlung zur Verfügung gestellt wurde. Die Kommission kritisiert nicht die jüdischen Landgesellschaften, die in gewissen Fällen Barentschädigungen gezahlt haben und mit Kenntnis der Regierung vorgegangen sind, aber ein akuter Notstand wurde hervorgerufen und eine landlose und unzufriedene Klasse wird geschaffen, die eine mögliche Gefahr für das Land bedeutet. Sie regt an, daß für diese Lage eine Abhilfe geschaffen wird. Ihre Schlußfolgerung ist, daß Palästina eine zunehmende landwirtschaftliche Bevölkerung nicht ohne radikale Änderungen der landwirtschaftlichen Betriebsmethoden tragen kann. 5. Die Kommission glaubt, daß die Schwierigkeiten der palästinensischen Regierung durch die Erbitterung unter den Arabern über den fortgesetzten Mißerfolg des Strebens nach einem gewissen Maße von Selbstregierung verstärkt werden. 6. Die Kommission lenkt die Aufmerksamkeit auf gewisse Schwierigkeiten, die in der Balfour-Deklaration und dem Mandat enthalten sind und erwähnt die Erbitterung unter den Arabern, die (ungleich den Juden) keine Möglichkeit des direkten Kontaktes mit der britischen Regierung besitzen. 7. Die Kommission nimmt an, daß die Politik der Reduzierung der Garnison in Palästina und Transjordanien zu weit geführt wurde. B. Ursachen der Unruhen. Die Grundursache war nach Ansicht der Kommission das Gefühl der Erbitterung und Feindschaft der Araber gegen die Juden, die als Folge der Enttäuschung ihrer politischen und nationalen Hoffnungen anzusehen ist, und Befürchtung wegen ihrer wirtschaftlichen Zukunft. Die unmittelbaren Ursachen waren: 1. Eine lange Reihe von Zwischenfällen im Zusammenhang mit der Klagemauer. 2. Aufreizende und maßlose Artikel der Presse auf beiden Seiten. 3. Propaganda unter ungebildeten Arabern, die geeignet waren, diese Elemente aufzuhetzen. 4. Erweiterung der Jewish Agency. 5. Ungenügende Stärke militärischer Kräfte und Mangel an verfügbarer, zuverlässiger Polizei. 6. Die insbesondere auf das Gefühl der Ungewißheit über die Richtung der Politik zurückgehende Vorstellung, daß die Entscheidungen der palästinensischen Regierung durch politische Erwägungen beeinflußt werden können. C. Die wichtigsten Empfehlungen. 1. Die erste Empfehlung ist, daß die Regierung Großbritanniens unverzüglich eine deutliche Erklärung über ihre Politik herausgibt und klar darlegt, daß sie beabsichtigt, diese Politik mit allem Nachdruck und allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln durchzuführen. Der Wert einer solchen Erklärung würde sehr erhöht: a) wenn sie eine klare Definition der Auffassung der britischen Regierung in bezug auf die Sätze des Mandats enthält, die die Rechte der nichtjüdischen Gemeinschaften sichern und