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Palästina · 1930-04-01 · Heft 4-5 (April 1930) · p. Seite 162

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 4-5 (April 1930)
Article
Politik. Von Dr. Ernst Simon, Jerusalem.
Date
1930-04-01
Page
Seite 162 (sequence 6)
Language
German
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heraufrufen soll, sie mit Haß gegenüber ihren jüdischen Zeitgenossen und Mitbürger erfüllt. Der vorhin erwähnte, jetzt amtierende Vizebürgermeister Jerusalems begrüßte die Prozession in den herzlichsten Worten, obwohl sich, wie wir sahen, ihr ursprünglicher Sinn nicht weniger gegen Christen als Juden gerichtet hatte. Bis zu diesem Grade hat die arabische Nationalbewegung die religiösen Gegensätze bereits überwunden. "Wenigstens dies sollte uns zu denken geben. (Abgeschlossen am 20. April 1930.) Wirtschaft. Die Wirtschaftslage Palästinas im ersten Quartal 1930. Von Dr. A. B—e, Jerusalem. Die Wirtschaftslage in Palästina stand zu Anfang des Jahres 1930 noch stark unter den Nachwirkungen der Unruhen. Der Boykott der Araber gegen die Juden, obwohl bereits an Stärke zurückgegangen, störte weiter die normalen Austauschfunktionen der palästinensischen Wirtschaft. Trotzdem war - vorauszusehen, daß die zweischneidige Waffe des Boykotts nicht mehr lange angewandt werden würde. Ende März hat der gegen die Juden gerichtete arabische Boykott im ganzen Lande aufgehört. Zweifellos hat der Boykott den jüdischen Kaufieuten Schaden gebracht. Er hat in einer ohnehin schwierigen, wirtschaftlichen Situation, die Position des jüdischen Handels und der jungen Industrie geschwächt und ihr in einigen Fällen sogar eine dauernde Konkurrenz großgezogen. Aber auch auf arabischer Seite hat der Boykott große Verluste verursacht. Trotz der relativ kurzen Zeit, in der christlich-arabische Kaufleute die Konjunktur und die Monopolstellung auf dem arabischen Markte durch den Ausfall der jüdischen Lieferanten gut zu nützen verstanden, ist die Schlußbilanz der arabischen Boykott-Interessenten, ganz abgesehen von dem Prestigeverluste durch den schließlichen Mißerfolg, sehr schlecht. Zu diesem Ergebnis hat auch die Lage auf den Weltwirtschaftsmärkten beigetragen. Die enormen Preisrückgänge in den letzten Monaten in der ganzen Welt haben auch die palästinensischen Kaufleute betroffen und insbesondere natürlich diejenigen, die sich große Lager beschafft haben. Eine Reihe von christlich-arabischen Firmen hat in der Hoffnung, künftig die Stelle der verdrängten jüdischen Händler einzunehmen, sich mit großen Warenlagern eingedeckt, vielfach ohne die erforderliche Kenntnis und Routine im Handel der betreffenden Artikel und ist jetzt in ernste Schwierigkeiten geraten. (Eine spezielle Betrachtung des Boykotts findet sich im nachfolgenden Artikel von Dr. Kurt Grünwald. — Die Red.) Der unbefriedigende Stand der Preise für den Erzeuger und Lagerhalter dürfte infolge der zu erwartenden guten Ernteerträge, alles andere als eine Besserung erfahren, sondern eher in der gleichen Tendenz verstärkt werden. Die Ernte in diesem Jahre wird nach den Berichten des Landwirtschaftlichen Departements der Menge nach, ausgezeichnete Erträge geben. Selbst die hier und dort auftretende Feldmausplage und die Heuschreckengefahr werden, wenn die Abwehrmaßnahmen der Regierung weiter so energisch und erfolgreich durchgeführt werden, wie bisher, keinen merkbaren Einfluß darauf ausüben. Auch die Orangenernte ist in dieser Saison besonders reichlich ausgefallen. Die Verschiffungen haben bis Ende März bereits über 3 Millionen Kisten betragen, von

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