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Palästina · 1930-04-01 · Heft 4-5 (April 1930) · p. Seite 152

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 4-5 (April 1930)
Article
Landwirtschaft und Boden im Distrikt nördlich von Jaffa
Date
1930-04-01
Page
Seite 152 (sequence 3)
Language
German
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zweites Jahr Winterernte: Weizen, Gerste, Linsen, Lupinen, Kersenneh. Rüben kommen bei arabischen Bauern nicht vor, Hülsenfrüchte gelegentlich. Ähnlich in Petach Tikwah. Nur die deutsche Kolonie in Sarona bezieht in den Fruchtwechsel Rüben und Kartoffeln regelmäßig ein. Die Fruchfolge für die jüdischen Kolonien ist: Auf leichten Böden: Erstes Jahr Summerfrucht: Melonen, Kürbis, Sonnenblumensaat und sehr selten Durrah; zweites Jahr Winterfrucht: Gerste oder Heu (Mischung von Gerste und Hafer oder Wicke und Hafer); drittes Jahr Sommerfrucht: wie im ersten. Auf schweren Böden: Erstes Jahr Sommerfrucht: Sesam, Kürbis, Durrah oder Sonnenblumensaat; zweites Jahr Winterfrucht: Weizen, Hafer oder Heu; drittes Jahr Sommerfrucht: wie im ersten. In früheren Jahren wurde auf beschränkten Flächen Tabak als eine Sommerfrucht gebaut. In der deutschen Kolonie von Sarona ist die Frucht folge die nachstehende: Auf leichten Böden: Erstes Jahr Sommerfrucht: Kartoffeln, Melonen, Rüben oder Kürbisse; zweites Jahr Winterfrucht: Gerste, Hafer, Klee oder Heu; drittes Jahr: wie im ersten. Auf schweren Böden: Erstes Jahr Sommerfrucht: Durrah oder Kürbisse; zweites Jahr Winterfrucht: Gerste, Hafer, Klee oder Heu; drittes Jahr: wie erstes. Manchmal werden hintereinander zwei Sommer- und dann eine Winterfruchtfolge angeordnet. Die Ernteerträge: Bei Gerste 25 kg pro Dunam in einem schlechten, 75 in einem guten Jahr, Durchschnitt 50 kg oder 500 kg pro Hektar. Weizen: Durchschnitt von 35 bis 105: 70 kg 700 kg pro Hektar, Durrah 75 kg (50 bis 100) 750 kg pro Hektar. Wenn solche Erträge trotz primitivster Bebauung und ohne Düngung erzielt werden, so bedeutet das, daß der Boden sehr fruchtbar ist. Es handelt sich in dieser Zone um einen leicht sandigen Lehm. Europäische Bauern, welche viel bessere Methoden anwenden und düngen, erzielen pro Hektar 900 bis 1000 kg Weizen und 600 bis 1000 kg Gerste unter günstigen Bedingungen. Bloß bewässerte Kulturen, wie Gemüse und verschiedene Fruchtbäume, werden gedüngt, zirka 3 bis 41 Stalldünger pro Dunam. Auch künstlicher Dünger wird verwendet. Infolge der hohen Milchpreise wurde in manchen Siedlungen Rassenvieh eingestellt. (Die Untersuchung spricht dann über den Orangenbau, worüber wir schon zahlreiche Abhandlungen gebracht haben. — Die Red.) In allen arabischen Dörfern wird der Boden noch als Gemeindebesitz (Muscha) gehalten, von dem jeder einen gewissen Anteil hat. Alle Anteile waren ursprünglich gleich, haben sich aber im Laufe der Zeit verändert. Das System, jedes Jahr den Boden für die Anteilbesitzer neu anzuweisen, verhindert jede individuelle Anstrengung zur Verbesserung des Bodens und ist schuld an dem niedrigen Stand der arabischen Landwirtschaft. In manchen Dörfern wird die Zuteilung bereits definitiv geregelt (Mafrus). Der Preis des Bodens wird oft durch die lebhafte Nachfrage der Juden, die auch

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