Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Landwirtschaft und Boden im Distrikt nördlich von Jaffa
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 151 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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zwei perennierende Quellen in der Ebene von Saron, zwischen Bir Adas und Jiljuliye, haben; eine andere, welche die hauptsächlichste ist, hat ihre starken Quellen hei Kulat-Ras-el-Ain, welche am Fuß eines Dammes, am Weg nach Ramleh, entspringen und dort einen Sumpf bilden. Die Geologie dieser Gegend zeigt ein sehr einfaches Bild. Mit Ausnahme von Sanddünen und der des vergleichsweise engen alluvialen Gürtels, welcher sich den Wasserläufen der Audja anschmiegt, ist die ganze Fläche unterlagert n maritimem und terrisIrischem Diluvium. Auf letzterem verwittert ein mergeliger Lehm von tiefbrauner Farbe, während auf dem ersteren sandige, rote Böden sich erheben, frei von kohlensaurem Kalk, die typische rote Erde (terra rossa) des Mittelmeeres. Grundwasser war praktisch überall gefunden geworden, in Tiefen, die mit der Ortshöhe wechseln. Da die Wassermenge auf dem Spiegel gewöhnlich ungenügend für intensive Bewässerung ist, werden Rohre mit Filtern in beträchtliche Tiefe getrieben. Pflanzer in Gebieten, wo intensive Bewässerung betrieben wird, wie in Petach Tikwah, haben ein bemerkenswertes Fallen des Wasserspiegels in den letzten Jahren konstatiert, welches der starken Ausdehnung der bewässerten Pflanzungen zuzuschreiben ist. In der Nähe von Sümpfen und dergleichen ist das Wasser salzig und schädlich. Alle Dörfer der untersuchten Fläche sind mit dem Hauptmarkt in Jaffa und untereinander durch zahlreiche Wege und Straßen verbunden, welche infolge des sandigen Bodens fast alle, auch in der Regenzeit passierbar sind. Es gibt zwei makadamisierte und asphaltierte Straßen: Petach Tikwah—Jaffa und Jaffa—Ramleh—Jerusalem. Die alte Straße Jaffa—Kalkilye ist in schlechtem Zustand. Die Jaffa—Ludd-Straße, weiche nahe dem Dorfe Yazur zieht, hat zur Entwicklung dieser und der benachbarten Dörfer beigetragen. Petach Tikwah hat eine eigene Eisenbahnverbindung, welchem Umstand ein gut Teil des Gedeihens dieser Kolonie zugeschrieben werden kann. Die Ebene von Saron ist lange berühmt wegen der herrlichen Landschaft, des Reichtums an Wasser, der Fruchtbarkeit des Bodens und der üppigen Vegetation. Jeder Reisende, der von Kantara nach Jaffa oder Haifa per Bahn fährt, wird von dem schönen Anblick der Ebene von Saron gefesselt. Es war daher kein bloßer Zufall, daß vor 58 Jahren die ersten jüdischen Kolonien in dieser Gegend konzentriert wurden, noch überrascht es, daß 1870 die landwirtschaftliche Schule Mikweh Israel hier angelegt worden ist. Die Existenz von jüdischen Kolonien, die mit modernen Methoden arbeiten, hat einen wohltätigen Einfluß auf die benachbarten Dörfer gehabt. Bei Scheich Muwannis z. B. verwenden fast alle Bauern europäische Pflüge, es gibt auch Ernte- und Dreschmaschinen. Ebenso modernisierten sie die Anlage von Orangengärten und verwenden wie die Juden künstlichen Dünger. Entsprechend dem kargen Regenfall von 450 bis 500 mm wird von den Bauern Palästinas seit undenklichen Zeiten der Boden nach einem primitiven Trockenfarmsystem jedes zweite Jahr brach liegengelassen. Die Einteilung der Früchte geschieht in Winter- und Sommerfrüchte (Schetawi und Sati). Winterfrüchte werden gewöhnlich nach dem ersten starken Regenfall der Saison gesät und gegen Ende Juni bis halben Juli geerntet. Die Sommerfrüchte werden während der zweiten Hälfte des März gesät und im Juli und halbem August geerntet. Arabische Bauern düngen gewöhnlich den Boden nicht, so daß in schlechten und trockenen Jahren die Ernten kaum die Kosten ihrer Einbringung deckten. Die gewöhnlich angewendete Fruchtfolge besteht in einer Sommerfrucht im ersten Jahr, gefolgt von einer Winterfrucht im zweiten, so daß einmal in zwei Jahren der Boden vom Juli bis März brachliegt. Gewöhnlich ist das Schema: Erstes Jahr Sommerernte: Durrah, Sesam oder Melonen;