Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Problemstellungen im Versuchswesen in Theorie und Praxis
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 135 (sequence 7)
- Language
- German
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sinnige Ausgaben für eine Kolonisation auf Versuchsbasis, ohne verwertbare Resultate; im zweiten Falle: kleine Ausgaben mit klarer Übersicht über die wirkenden Kräfte und verwertbare Resultate. Kolonisationspolitik. Der Ausgangspunkt sollte sein, daß keine Kolonisation aufzubauen sei auf landwirtschaftlichen Zweigen, die technisch nicht das Versuchsstadium durchgemacht haben und keine hohen Erträge abwerfen, und ökonomisch nicht auf dem Weltmarkt ihren Platz gesichert haben. Eine großzügige Kolonisation hier im Lande kann sich nur auf den Weltmarkt und nicht auf den Lokalmarkt stützen. Folglich habe ich vorgeschlagen1 1. Das ganze Gebiet des schweren Bodens okkupationsmäßig extensiv zu bewirtschaften, eine Methode, die gleichzeitig auch ein schnelles und billiges Ameliorationsmittel darstellt, da die Einnahmen die Kosten decken (vergl. Transition S. 38/39, Dairy S. 171 ff, Communistic Settlements S. 128 ff). 2. Die eigentliche Kolonisation in das Orangengebiet zu verlegen, wo das investierte Kapital durch Rückzahlungen schnell an den Kolonisationsfonds zurückfließt und der Siedler sichere Einnahmen hat. 3. Das Versuchswesen großzügig und systematisch zu organisieren und auf die Linie des größten Widerstandes zu verlegen, um dadurch die potentiellen Kräfte des Bodens zu reellen zu machen. 4. Solche Zweige in den Versuchen zu bevorzugen, die zu möglichst schnellen Resultaten führen. Wenn meine Vorschläge angenommen worden wären, so hätte die Arbeit der Versuchsstation ruhig und ohne äußeren Druck vor sich gehen können. Gleichzeitig mit der Ameliorierung des Bodens durch extensive Bewirtschaftung hätte die Versuchsstation für die spätere Kolonisation dieser Gebiete die richtigen Methoden der intensiven Bewirtschaftung ausgearbeitet. Das wäre der richtige Weg sowohl für die Kolonisation als auch für das Versuchswesen gewesen. Denn Kolonisation muß gebahnte Wege vorfinden, und Versuchswesen darf nicht unter hohem Druck und sozusagen im „Glashaus" vor sich gehen, den erwartungsvollen Augen der Siedler, die keine Existenz haben, ausgesetzt. Über die Leitung der Kolonisation hatte ich aber keine Macht. Hingegen wurde das Versuchswesen darauf konzentriert, die unentbehrlichen Grundlagen für rentable Wirtschaften zu schaffen. Das hängt von folgenden Produktionsfaktoren ab: Steigerung der Bodenproduktion, Vermehrung der Wirtschaftszweige, Rationalisierung der Wirtschaftszweige, Organisation von Einkauf und Verkauf. 1. Die Steigerung der Bodenproduktion geschieht durch Ertrags-