Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Problemstellungen im Versuchswesen in Theorie und Praxis
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 134 (sequence 6)
- Language
- German
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In meiner Arbeit über Milchwirtschaft in Palästina sind in Tabelle 17, S. 48, sieben Farmtypen nach Einnahmen und Ausgaben nach dem Stande von 1926 beschrieben. Die ersten beiden sind zionistische Siedlungen, die dritte ein deutscher Farmer auf kleiner Fläche, die vierte eine jüdische Kolonie, die letzten drei deutsche Kolonien auf großer Fläche. Ein Vergleich dieser Farmtypen ergibt folgendes Bild: Die zionistischen Siedlungen haben Einnahmen von 97.500 £, respektive ] 05.000 £ brutto, denen Ausgaben von 114.000 £, respektive 125.500 £ gegenüberstehen. In den Ausgaben sind 42.000 £, respektive 37.500 £ für Lebensunterhalt (ausschließlich Eigenprodukte) vorgesehen. Die Wirtschaften schließen also mit Verlusten von 16.500 £, respektive 20.500 £ ab. Demgegenüber haben die drei deutschen Kolonien auf Flächen von 250, 260, 200 Dunam Einnahmen von 347, 410, 516 £, denen Ausgaben von 271, 334, 386 £ gegenüberstehen. In den Ausgaben ist der Lebensunterhalt mit 110 £ einbegriffen und die Wirtschaften haben danach noch Reingewinne von 76, 76, 130 £. Die kleine deutsche Wirtschaft hat zwar 16 £ Verlust, jedoch einen Lebensunterhalt von 101 £. Die Einnahmen der deutschen Kolonien beruhen auf einem Preis von 20 Mil (40 Pfennige) pro Liter Milch, auf doppelter Fläche gegenüber den zionistischen Siedlungen und auf billiger Lohnarbeit. Wenn man anstatt der billigen Arbeitskräfte den Marktpreis für jüdische Arbeit einsetzt, so entsteht eine Differenz von 93 £, das heißt, daß solche Wirtschaften dann mit Verlust arbeiten und folglich ihren Standard herabsetzen müßten. Unter den gegebenen Verhältnissen ist es also sogar für den hervorragenden deutschen Farmer auf verbessertem Boden, mit modernen Bearbeitungsmethoden, bei glänzend organisierter Milchwirtschaft, auf großen Flächen nicht möglich, seine Schulden zu tilgen. Die bestrassige Kuh versagt eben, wenn sie nicht genug Futter hat. 4. Schwerer bewässerbarer Boden. — Während auf dem unbewässerbaren Boden von den deutschen Farmern und von unsern älteren Farmen, wie Ben Schemen, gewisse Grundlagen gelegt worden sind, liegen für den bewässerbaren schweren Boden noch keinerlei Erfahrungen vor. Theoretische Annahmen zufolge eignet sich dieser Boden für Bananen, Gemüse, gewisse Steinobstsorten und Futterbau. Kolonisation kann aber nur streng auf Empirik aufgebaut werden und nicht auf scharfsinniger Spekulation. Will man also dieses große Gebiet nicht brachliegen lassen, so gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man verwandelt ganze Siedlungen in Versuchsstationen oder man lokalisiert die Versuche auf wenigen Punkten. Im ersteren Falle ist das Ergebnis: Un-