Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Problemstellungen im Versuchswesen in Theorie und Praxis
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 130 (sequence 2)
- Language
- German
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Hier im Lande hat die landwirtschaftliche Forschung in ihrer Problemstellung zwei Hauptgesichtspunkte ins Auge zu fassen: den kolonisatorischen und den allgemein landwirtschaftlichen. Diese beiden stehen nicht im Widerspruch zueinander, im Gegenteil, sie ergänzen sich. Wenn genügend Mittel vorhanden sind, können beide berücksichtigt werden; wenn aber die Gelder knapp sind, muß man sich für den einen oder den andern entscheiden. Die Kolonisation liegt in der, Linie des größten Widerstandes, und gerade deswegen sollte sie zuerst in Angriff genommen werden. I. Der kolonisatorische Gesichtspunkt, Unser Kolonisationsgebiet erstreckt sich über vier Hauptbodenkomplexe: 1. der leichte bewässerbare Boden; 2. der leichte unbewässerbare Boden; 3. der schwere unbewässerbare Boden; 4. der schwere bewässerbare Boden. Die ersten beiden erstrecken sich innerhalb des schmalen Streifens längs der Küste von Khan Junis südlich bis Cäsarea nördlich. Schwerer unbewässerbarer Boden findet sich hauptsächlich im Emek, ferner in Unter- und Obergaliläa und im größten Teil der Schephela. Der bewässerbare schwere Boden liegt in der Akkoebene, Beisangebiet, Hule, ferner in kleinen verstreuten Komplexen an der Küste, in der Pflanzungszone eingekeilt. In der Flächenbestimmung einer Wirtschaftseinheit sind im Allgemeinen zwei Gesichtspunkte ausschlaggebend: 1. Festsetzung des Standard of Life; 2. die Leistungsfähigkeit der Familie. — Wenn man den Standard eines Fellachen einsetzt, so wird man zu einer kleineren Flächeneinheit gelangen als beispielsweise bei dem Standard eines hiesigen deutschen Farmers. Dessen Standard stützt sich aber größtenteils auf billige Lohnarbeit, so daß die Flächeneinheit größer wird als der Arbeitsbereich einer Familie. Das Problem besteht also darin, diejenige Flächeneinheit ausfindig zu machen, die unter alleiniger Berücksichtigung der Familienarbeit den Standard nicht herabdrückt. In Geld ausgedrückt, würde das bedeuten: Für die ersten fünf Jahre der Übergangsperiode 7 £ monatlich für den Unterhalt der Familie und 3 £ für allgemeine Kolonieausgaben. Späterhin, mit Vergrößerung der Familie, 15 £ monatlich für Unterhalt und Kolonieausgaben, Schuldentilgung nicht inbegriffen. 1. Leichter bewässerbarer Boden. — Als Maß für die Einnahmen auf leichtem bewässerbaren Boden seien die Erträgnisse der Orangenkultur angenommen. Laut dem Bericht der Pflanzungskom-