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Palästina · 1930-04-01 · Heft 4-5 (April 1930) · p. Seite 123

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 4-5 (April 1930)
Article
Der Einfluss der jüdischen Aufbauarbeit auf die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas und seiner Bewohner
Date
1930-04-01
Page
Seite 123 (sequence 11)
Language
German
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eine aufsteigende Klasse von „freien Bauern auf eigener Scholle" um- 123 zuwandeln. Soweit sie Bodenbesitzer waren, investierten sie das Barkapital in den Ausbau von Teilflächen ihres Besitzes zu bewässerten, hochwertigen Plantationen. Dadurch wurde ihr Bedarf an Boden geringer und sie konnten erneut Teile abverkaufen. Auf diese Weise entstanden nach dem Kriege zirka 30.000 Dunam neue Orangenpflanzungen bei den Arabern mit einem Kapitalwert von zirka 3,000.000 £. Die Effendis und Stadtbewohner verwendeten das Bargeld teils zum Verbrauch im Ausland, teils zu Investitionen, teils zu Spekulationen. Vielfach kauften sie Bodenkomplexe zu Spekulationszwecken, zum Teil wandten sie sich auch dem Auf- und Ausbau von Fabriken zu (z. B. Zigarettenindustrie). Zahlreiche und komfortable Wohn- und Geschäftshäuser wurden gebaut, es entstand ein vorher nicht gekannter Bedarf an europäischen Gebrauchs- und Luxusartikeln. Charakteristisch sind z. B. die Ziffern für den Import von Automobilen. Obwohl die Juden einen starken Anteil am Automobil-Transportverkehr haben, ist der größere Teil in den Händen der Araber. Es wurden importiert: 1924 305, 1925 807, 1926 766, 1927 572, 1928 1011 Autos. Auf je 352 Bewohner in Palästina kommt ein Auto, gegenüber 506 in Syrien, 650 in Ägpten, 750 im Irak, 755 in Rumänien, 1340 in Polen, 1908 in der Türkei, 2730 in Indien, 6600 in Rußland. Die Finanzen der Regierung. Eine so gewaltige Umwälzung im Wohlstand einer Bevölkerung mußte auch ihren Ausdruck im Staatshaushalt finden. Die erprobte englische Administrationskunst hat es verstanden, die neuen Geldquellen dem Staatsbudget dienstbar zu machen. Trotzdem die Regierungseinnahmen im Jahre 1920/21 nur wenig mehr als 1 Million Pfund betrugen, erzielte die Regierung in den neun Jahren 1920 bis 1928 eine Gesamteinnahme von 18,733.000 £. Hiervon verwendete sie für die allgemeine Verwaltung 15,476.000 £, und restliche 3,257.000 £ dienten der Erhöhung des öffentlichen Vermögens. Letzteres geschah wie folgt:

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