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Palästina · 1930-03-01 · Heft 3 (März 1930) · p. Seite 111

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 3 (März 1930)
Article
[Rezension]
Date
1930-03-01
Page
Seite 111 (sequence 2)
Language
German
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sind"? Hätte nicht das Moment des durch eine fast zweitausendjährige Galuth-G eschichte „erlittenen" Rechtes auf die nationale Heimstätte dargestellt werden müssen? Für durchaus unzulänglich halte ich die Darstellung der arabischen Nationalbewegung. Sogar, wenn man, wie der Verfasser, von den politischen Gesichtspunkten, die sich aus gewissen Bestimmungen des Mandats und aus der politischen Aktion der palästinensischen Araber zwangläufig ergeben, einfach absieht, verlangt doch der natürliche Wunsch nach objektiver Darstellung eine viel umfassendere Reproduktion und parteilosere Beleuchtung, als dies hier geschieht. Diese ist ja heute nicht einmal mehr mit der besonderen Umständlichkeit der Materialsuche verbunden, nachdem das (im Literaturverzeichnis angeführte) Buch von Topf und das zu unserem Erstaunen nicht einmal erwähnte Werk von Hans Kohn über die „Geschichte der Nationalen Bewegung im Orient44 vorliegt. Sollte Marcus' Buch die ihm zu wünschende zweite Auflage erreichen, so würde durch Verbesserung und Ausgestaltung dieser Punkte die Brauchbarkeit seiner Arbeit weiter erhöht werden. Dr. Georg Landauer, Berlin. Toldoth Tnuath Haowdim Sfajehndilli (Geschichte der jüdischen Arbeiterbewegung). Teil IL Von Dr. A. Tartakower. Sifrut „Jessodoth44, Nr. 8/9, Warschau 1930, S. 143. — Wir haben den ersten Teil des Werkes in Nr. 6, Jahrg. 1929, S. 60, besprochen. Der vorliegende zweite führt die Darstellung bis zur Gegenwart. Die einzelnen Abschnitte handeln über die Geschichte der jüdischen Gewerkschaftsbewegung und ihrer besonderen Eigenart, das Verhältnis der jüdisch-sozialistischen Parteien zueinander und den anderen sozialistischen Parteien und der Internationale, die allgemein politische und die intern jüdische politische Arbeit, die Arbeiterbewegung in Palästina, die Lage vom Ausbruch des Weltkrieges bis zur Epoche der Liquidationen, die jüdisch-kommunistischen Bewegungen und die innere und äußere Entwicklung bis auf die Gegenwart. Ein dritter Band soll von dem heutigen Stand der Bewegung, ihrer Bedeutung für das Volksleben und für den jüdischen Arbeiter handeln. Diese erstmalige Darstellung der Geschichte der jüdischen Arbeiterbewegung, die nur ein Sachkundiger, in der Bewegung Stehender, ausgerüstet mit der Kenntnis der zur Erforschung der Quellen nötigen Sprachen (Hebräisch, Jüdisch, Russisch, Polnisch usw.) in solch umfassender und dabei so klar gegliederter Weise geben konnte, ist sehr eingehend und interessant. Es wäre nur zu wünschen, daß der Entwicklung der Bewegung in Palästina in den letzten Jahren in einer nächsten Auflage ein größerer Raum gewidmet werde. Ebenso erwünscht wäre eine deutsche Übersetzung des Werkes. ad. bn. Maritn Buber: Sein Werk und seine Zeit. Von Dr. Hans Kohn. Verlag Jakob Hegner, Hellerau 1930, S. 411. — Aus warmer Einführung einer Art Schülerschaft ist dieses Buch entstanden, welches dem so vielgestaltigen und dennoch einheitlich gerichteten Wirken Martin Bubers durch mehr als drei Jahrzehnte ebenso in dessen großen Linien wie in den feinen Verzweigungen nachgeht. Und es will mehr sein als bloße Darstellung von Bubers Ideenwirksamkeit, indem es versucht, diese mitten in das Ringen der Zeit und des Judentums dieser Zeit hineinzustellen, oder vielmehr der sich wandelnden Zeitlinie, die von Nietzscheanismus und Nationalismus bis zu den der Öffentlichkeit ja ziemlich verborgenen religiösen Unterströmungen der unmittelbaren Gegenwart reicht. Freilich ist in beiden Hinsichten manches zu vermissen, was einerseits an Erneuerungsdrang sich aus dem Judentum aussprach, anderseits in klarer geistiger Zukunftsbewußtheit sich auch den vielfach noch ästhetisch oder

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