Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 3 (März 1930)
- Article
- Die Wirkung der jüdischen Kolonisation in Palästina auf die Araber
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 87 (sequence 8)
- Language
- German
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Die jüdische Einwanderung und die durch das neue Element investierten Kapitalien haben es der Regierung ermöglicht, die Steuertaxen für die autochthone Bevölkerung herabzusetzen. Es sind im Gegenteil die Juden, die sich wegen der Steuern zu beklagen alles Recht hätten. Die Araber zahlen zum Beispiel die Werkosteuern (Steuern auf Immobilien) nach der äußerst niedrigen Einschätzung aus der Vorkriegszeit. Auf der anderen Seite errechnet die Regierung den Wert der von den Juden erworbenen Böden nach dem für sie gezahlten hohen Preise, der oft den tatsächlichen Bodenwert erheblich übersteigt. Es kommt daher? daß der Fellache nicht mehr als 5 Mil pro Dunam Werko zahlt, während der angrenzende jüdische Nachbar etwa 40 bis 45 Mil abführt. Eine Reihe von Steuern, die zur Zeit der türkischen Regierung eingetrieben wurden, sind jetzt außer Kraft gesetzt worden; überdies wurde der Zehent in den letzten Jahren von 12 auf 10% ermäßigt. Infolgedessen sind die beute von dem Fellachen gezahlten Steuern geringer als diejenigen, die er zur Zeit des türkischen Regimes zu zahlen hatte. Während der palästinensische Araber der Regierung nur halb soviel Steuern zu zahlen hat wie der ägyptische Steuerzahler, gibt die Regierung für Erziehungszwecke 0.180 £ pro Jahr und Kopf aus gegenüber 0.014 in Ägypten, 0.065 im Irak und 0.078 in Transjordanien. Ebenso belaufen sich die Ausgaben für die öffentliche Gesundheitspflege in Palästina auf 0.140 £ pro Kopf und Jahr, in Ägypten 0.109, in Transjordanien 0.041 und im Irak 0.059. IV. Man könnte uns erwidern: Selbst angenommen, daß die jüdische Kolonisation augenblicklich den eingeborenen Fellachen keinen Schaden zufügt. Aber wer garantiert uns, daß das ständige Anwachsen der jüdischen Bevölkerung die Araber später nicht zwingen wird, ihren Boden zu verlassen, um den Neuankömmlingen Platz zu machen? Hierauf antworten wir ganz einfach: Es gibt in Palästina genügend Platz. Hier einige Ziffern, die diese Argumentation bekräftigen. Die Bodenfrage in Palästina stellt sich folgendermaßen dar: Die palästinensische Regierung besitzt große Flächen, die sehr gut für unsere Kolonisation dienen können. Es sind, abgesehen von dem unbewohnten Süden, 19.287 Dunam in der Umgebung von Jericho, 8.049 „ „ „ „ „ Jaffa, 107.933 „ „ „ „ „ Gaza, 47.728 „ „ „ „ .,, Hebron, 182.997 Dunam.