Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Article
- Politik. Von Dr. Ernst Simon, Jerusalem.
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 6)
- Language
- German
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kutive verbindet. Hier liegen sowohl gefährliche wie fruchtbare Möglichkeiten; es wird von der Besonnenheit und Voraussicht aller drei Partner dieser Kombination abhängen, ob sie negativ oder positiv ausschlagen. Hingegen darf als ein erfreuliches Einheitszeichen vermerkt werden, daß nun endlich ein arabisches Büro zustande gekommen ist, an dem sich die ganze Agency, der Waad Leumi und die Agudath- Jisrael interessieren und dessen Geschäftsführung Kalvarisky übernommen hat. Abschluß der Untersuchung. Die Verhandlungen der Untersuchungskommission wurden Ende Dezember beendet. Der Beriebt, wird in einigen Tagen erscheinen. Vor ihrer Abreise richteten die Mitglieder der Kommission ein Schreiben an die Presse, in dem sie für die Unterstützung, die sie von allen Seiten erhielt, dankt. Die Mitglieder der Kommission kehrten am 29. Dezember nach England zurück und hatten am 9. Jänner die erste Sitzung in London. Eine Kommission zur Untersuchung der englischen Mandatspolitik. Balfour, Lloyd George und Smuts, Mitglieder des seinerzeitigen Kriegskabinetts, verlangten in einer öffentlichen Erklärung die Einsetzung einer solchen Kommission. Premierminister MacDonald versprach Erwägung dieser Forderung und betonte, daß die politischen Fragen außerhalb der Kompetenz der gegenwärtigen Kommission lägen. Die arabische Delegation. Am 10. Jänner wurde eine Delegation der Araber gewählt, die nach London gehen soll. Zum Führer wurde der Großmufti gewählt, indes der Präsident der Arabischen Exekutive, Muza Kasim Pascha, unterlag. Mitglieder der Delegation sind Rechtsanwalt Auni, der schon vor der Untersuchungskommission die Araber vertrat, der Bürgermeister von Jerusalem, Nashashibi, der Sekretär de6 Mufti, Djemal Husseini, der sich schon in London befindet, und Alfred Roch. Differenzen unter den Führern der Araber. Infolge der Wahl des Großmufti zum Führer der arabischen Delegation traten Kasim Pascha und die christlichen Mitglieder der Arabischen Exekutive zurück. Nach späteren Meldungen ist der Konflikt wieder beigelegt werden. (Siehe Rundschau: Politik.) Ein proarabisches parlamentarisches Komitee in London. Ein solches aus Mitgliedern aller Parteien hat sich unter Einfluß des nach London gereisten Sekretärs des moslemischen Rates, Djemal el Husseini, gebildet. Die Gerichtsverhandlungen. Wir haben in Nr. 12/1929 die Urteile bis 27. Oktober zusammengestellt. Vom 28. Oktober bis 30. November wurden über 92 arabische und 34 jüdische Angeklagte verhandelt. Bei den Arabern wurden 15 Todesurteile gefällt, ferner eine Reihe von schweren Zuchthaus-, Gefängnis- und Geldstrafen verhängt, 22 Araber wurden freigesprochen. Von den Juden wurde einer zum Tode verurteilt (von uns schon gemeldet), da er noch Schüsse abgegeben haben soll, als die Polizei schon eintraf, zwei wurden mit Geldstrafen belegt, die übrigen freigesprochen. (Das Appellationsgericht hat jenes Todesurteil aufgehoben.) Neue Überfälle. Auch im Dezember fanden verschiedene Gewalttaten statt, unter anderem wurde der jüdische Arzt Dr. Berkowitsch auf einer Tour, in Galiläa durch Schüsse schwer verletzt. Ende Dezember fanden einzelne Überfälle auch auf Daten Abgeschlossen am 15. Jänner 1930 POLITIK.