Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Article
- Einige Bemerkungen zur Frage der Psychotechnik im Dienste des Aufbaues
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
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wie es jetzt so vielfach in sogenannten psychotechnisehen Berufsämtern vieler Städte und Länder geschieht. Endlich möchte ich noch auf ein Moment hinweisen, das immer wieder, so neuerdings von W. S t e r n hervorgehoben wurde und hervorgehoben zu werden verdient, das ist die Notwendigkeit der Zusammenarbeit vom Psychologen und Mediziner. Nur so wird man zu einwandfreien Resultaten kommen. Schulhygiene und Heilpädagogik in Jerusalem. Von Klara Blum, "Wien. Bei der Aufbauarbeit des modernen Palästina ist die besondere und angespannte Aufmerksamkeit zu beobachten, welche einem bestimmten Gebiet gewidmet wird: jener kleinen und schwierigen Welt der Kindergärten und Schulen, der physischen und psychischen Entwicklung der kommenden Generation. Die Schwierigkeiten des Erziehungswerkes sind nicht überall die gleichen. So wächst das Kind der Kwuzah unter ganz anderen Möglichkeiten heran als das Stadtkind. Vom ersten Augenblick an wird es von einer Atmosphäre umgeben, deren Kennzeichen der leidenschaftliche Wunsch nach Erneuerung des jüdischen Menschen, nach Befreiung von den Merkmalen des Ghettolebens ist. Kinderpflege und Erziehungswesen der chaluzischen Siedlimgsgemeinschaft werden von einem gemeinsamen Willen gelenkt, einem unbedingten Willen zur Moderne, zum radikalen Fortschritt, der für jede Erfindung, jede Neuerung auf dem Gebiete der Kinderhygiene oder der Pädagogik sofort eine hundertprozentige Bereitschaft aufbringt. Das Kind der Kwuzah erhält die Gebote und Verbote seines kleinen Lebens nicht als Befehle einer bedrückenden Autorität, sondern als Notwendigkeiten des kollektivistischen Zusammenlebens. Es ist denn auch eine Erscheinung von hinreißender Einmaligkeit, wie sie die Pädagogik keines anderen Landes aufzuweisen vermag: ein kleiner Mensch von aufrechter Selbständigkeit, Selbstverständlichkeit des sozialen Denkens, uneingeschüchterter Kontaktfähigkeit. Bedeutend schwerer haben es die Stadtkinder, besonders die Kinder Jerusalems. Bei all ihrer geistigen Regsamkeit ist diese Stadt gerade auf dem Gebiet der Kinderpflege und Pädagogik peinlich belastet durch das noch immer vorherrschende Ghettoelement, das traditionell-konservative und vor allem durch das orientalische Element. Alte, im Schmutz förmlich versunkene Häuser kennzeichnen noch viele Teile des Jerusalemer Stadtbildes. Typisch-orientalische Augenkrankheiten, wie Trachom, Hautkrankheiten, wie Ringwurm, bedrohen die Gesundheit der Heranwachsenden. In den Kindergärten und Schulen wimmelt es nur so von schwer erziehbaren, verwahrlosten, nervösen Kindern, von ratlosen, ewig Klage führenden Lehrern. In Jerusalem also setzt nun die Arbeit der medizinischen Organisation „Hadassah" ein. Die richtige Erkenntnis zeigt, daß gerade dort, wo die einheitliche zionistische Atmosphäre fehlt, die Erziehungsarbeit ihre Anstrengung verdoppeln muß, um auch in diesem bunten Gedränge von sephardischen, aschkenasischen, jemenitischen und persischen Judenkindern, Kindern der Chalukkah, des alten und neuen Jischuw, die Erneuerung des jüdischen Menschen im zionistischen Sinne, seine physische und psychische Gesundung vorzubereiten. Eine grundlegende, für Palästina neue Einführung der Hadassah ist vor allem das