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Palästina · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Die Arbeitsbedingungen der jüdischen städtischen Arbeiter Palästinas
Date
1930-01-01
Page
Seite 40 (sequence 23)
Language
German
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nur Schritt für Schritt erfolgen kann, daß aber von der Regierung mehr Wille imd Initiative zu fordern ist, diese Gesetzgebung in beschleunigterem Tempo auszubauen;) und nicht in ihren eigenen Arbeiten als reaktionärer Hemmstein jeden sozialen Fortschritts im Lande zu wirken. Tatkräftige Hilfe aller Kreise, die die Möglichkeit haben, auf Beschleunigung d«* Tempos der Verwirklichung der Sozialgesetzgebung im Mandatsland Palästina Einfluß zu nehmen (was nicht ohne Wirkung auf die übrigen Länder des vorderen Orients bleiben kann), ist notwendig, um dieses Ziel zu erreichen. Die Allgemeine Arbeiterorganisation ist überzeugt davon, daß ihr Kampf nicht nur den in ihr direkt Organisierten, sondern der Gesamtarbeiterschaft des Landes und seiner aufblühenden Wirtschaft zugute kommen wird und die volle Unterstützung aller fortschrittlichen Kreide der gesamten Welt verdient. Die Wirtschaft des Fellachen. Von J. Elazari-Volcani, Tel-Aviv, Direktor der landwirtschaftlichen Versuchsstation der Zionistischen Palästina-Exekutive. V orbemerkung: Nachstehender x^rlikel ist ein Auszug aus einem Kapitel einer umfassenden Studie des Verfassers über das Thema: „Mechanik und Biologie in der Landwirtschaft", das auf Vergleichen zwiscl*©« den verschiedenen Wirtschaftstypen in Palästina vom ökonomischen Gesichtspunkt basiert, auf Grund von Feldversuchen der Versuchsstation in Gewath auf Flächen, die Wirtschahseirihehtfiii entsprechen. Die Farm des Fellachen bildet eine organische Einheit. Alles wird nur durch s-eiiae eigenen Kräfte produziert. Er ist von keinerlei äußeren ökonomischen Faktoren abhängig und wird von den Schwankungen und Erschütterungen der Außenwelt nicht beeinflußt. Die Einfachheit seiner Werkzeuge macht seine Stärke im Kampf um-s Dasein aus. Seine Welt wird nicht durch das Prinzip: „Zeit ist Geld" regiert, sondern durch das der Erhaltung der Substanz. Er duldet keine Verschwendung. Alles, was verloren scheint, kehrt nach mannigfachen Veränderungen wieder zu ihm zurück. Reste und Überbleibsel, welche anderswo nicht für den Kehrichthaufen gut genug erscheinen, werden von ihm als Baumaterial, Feuerungsstoff oder als Nahrung für das Vieh verwendet. Alle Arbeit in seinem Hause wird von seiner Familie geleistet und nicht durch Lohnarbeiter, so daß er stets einnimmt und nie ausgibt. Selbst der allerkleinste Gewinn, den er aus seiner Arbeit zieht, ist für ihn von Wert. Der gewöhnliche Fruchtwechsel: Zweifeldersystem, ist ganz unkompliziert. Die Wintergetreide wechsein ab entweder mit Hackpfianzen oder mit Stickstoffsammlern. Aber das einzige Produkt, das ein gutes Einkommen bringt, ohne viel Auslagen zu verursachen, ist Weizen. Der Ertrag an sich ist größer als der von anderen Feldfrüchten, und zudem kosten Schnitt und Ernte wenig. Die anderen Gewächse erfordern Pflücken, manche Unkrautjäten und Pflege, was alles viel Handarbeit verursacht. Diese Handarbeit beeinflußt aber den Gewinn des Fellachen nicht, denn seine Arbeit hat für ihn keinen Geldwert. Es ist ohne Schaden, wenn er einen Tag intensiv arbeitet und an anderen faulenzt. Wozu sollen ihm zeitsparende Maschinen und

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