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Palästina · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 22

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Die Arbeitsbedingungen der jüdischen städtischen Arbeiter Palästinas
Date
1930-01-01
Page
Seite 22 (sequence 5)
Language
German
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gewerbe. Das ökonomische Leben in den Städten bekam ein einseitiges Gepräge, da es direkt oder indirekt in sehr vielen Zweigen mit der Bautätigkeit verbunden war, während die übrigen Wirtschaftszweige (Industrie, Handwerk usw., soweit sie nicht Bauhandwerk waren) sich nicht entsprechend entwickelten. Selbstverständlich waren unter diesen Umständen auch die meisten städtischen Arbeiter im Baugewerbe beschäftigt. Allein nach Befriedigung des Minimalbedürfnisses an Wohnungen fiel die Mietrate beträchtlich, was ein sukzessives Abflauen der Bautätigkeit sowie große Verluste für die Bauerherren zur Folge hatte. Weitere Folgen dieser Änderung in der wirtschaftlichen Situation waren: das Sinken der Einwanderungsziffern, Nachlassen der Kapitaleinwanderung, Verluste im Handel usw. Dies sind einige der wesentlichen Gründe der Ende 1925 einsetzenden Arbeitslosigkeit, die bis Ende des Jahres 1927 andauerte. All dies erklärt mit voller Deutlichkeit die Gründe für die Verringerung der Zahl der Bauarbeiter im Zeitraum von 1926 bis 1929. Allein die Krisen jähre waren nicht nur Jahre der Arbeitslosigkeit, sondern auch des Aufspürens neuer, ökonomisch gesünderer und gesicherterer Wege für das jüdische Kolonisationswerk. So werden in diesen Krisenjahren Anfänge einer schnellen Entwicklung vieler Zweige von Industrie und Handwerk bemerkbar, die sich den Bedingungen des Landes, der neuen Einwanderung sowie dem örtlichen Markt und dem der Nachbarländer anzupassen wissen. Gleichzeitig ungefähr begann die „Zionistische Organisation" mit der* Ausführung verhältnismäßig umfangreicher und wichtiger Arbeiten in ihren landwirtschaftlichen Siedlungen, ferner wurde mit der schnellen Aufschließung und Anpflanzung vieler tausender Dunam Orangenplantagen, besonders im südlichen Teil des Landes, hauptsächlich für den Export nach Europa begonnen. Diese neue Entwicklung in verschiedenen Zweigen des Kolonisationswerks ermöglichte es im Laufe des Jahres 1928, nach der längeren Epoche der Arbeitslosig-. keit, den Überschuß der A-rbeitslosen im Baugewerbe aufzunehmen und verbreiterte Möglichkeiten einer neuen Einwanderung zu schaffen, die in der Tat sofort nach Überwindung der Krise einsetzte. Die folgende Tabelle zeigt, von der Tatsache ausgehend, daß 91,2% aller städtischen Arbeiter sich in den Städten Tel-Aviv-Jaffa, Jerusalem und Haifa befinden, daß aber die ökonomische Struktur dieser Städte verschieden ist, die Einteilung der Arbeiter in diesen Städten entsprechend den fünf Hauptkategorien: Tabelle 4: Die städtische jüdische Arbeiterschaft nach Städten und Beschäftigungskategorien. Kategorie Tel-Aviv-Jaffa*) Haifa Jerusalem 1926 1927 1929 1926 1929 1926 1929 A 2074 1630 2628 1225 1483 1086 1268 B 262 347 484 138 87 80 88 C 1341 598 736 1782 357 1130 1052 D 1309 \ ( 2055 473 827 832 1304 l 2^32 < E 257 \ **** \ 568 III 175 152 499 Summe 5243 5107 6471 3729 2929 3280 4211 *) In Tel-Aviv-Jaffa fand auch im Jahre 1927 eine Zählung statt, und zwar zur Zeit der höchsten Krise; wir bringen diese Zahlen, die zur Illustrierung der Situation besonders geeignet sind.

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