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Palästina · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 2

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Die Bedeutung der Bodenreserve
Date
1930-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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An dieser Methode des Bodenerwerbes hat sich nichts geändert, als der Keren Kajemeth, das Instrument der Bodenpolitik der Zionistischen Organisation, in Palästina zu arbeiten begann. In seiner Tätigkeit, besonders vor dem Weltkriege, sind die gleichen Mängel zu beobachten. Auch nach dem Kriege, als der Keren Kajemeth von anderen Arbeiten, außer Bodenerwerb, befreit wurde und seine gesamten Mittel auf diesen einen Zweig konzentrieren konnte, ist eine Abkehr von der früheren Methode nur langsam vor sich gegangen. Die ersten Käufe des Keren Kajemeth waren ebenfalls zufälliger Natur, bezw. von dem momentanen Bedarf diktiert. Nur allmählich bildete sich die Bodenpolitik des Keren Kajemeth aus. Theoretisch waren die Prinzipien schon längst festgesetzt worden, aber erst in der Praxis der Kolonisationsarbeit hatte der Keren Kajemeth den Weg zur Verwirklichung seiner Bodenpolitik gefunden. 2. Die Palästina-Arbeit des Keren Kajemeth nach dem Weltkriege währt nun etwa zehn Jahre. In diesem Zeitraum haben wir gelernt, daß man bei der Bodenpolitik an die Zukunft denken und für die bevorstehende Kolonisationsarbeit Ländereien vorbereiten muß. Das Fehlen einer Bodenreserve hat sich auf dem Lande, vor allem aber in der Stadt, stark fühlbar gemacht. Eine und vielleicht nicht die letzte Ursache dafür, daß sich die wirtschaftliche Krise gerade in Tel-Aviv so stark auswirken konnte, ist in dem vollständigen Fehlen einer national und sozial orientierten Bodenpolitik zu erblicken, die in keiner Weise für die Schaffung von Bodenreserven um die Stadt vorgesorgt hatte. Bei den ins Land gekommenen Juden bestand ein starker Drang zum Bau eines eigenen Häuschens, und da sie ein Grundstück zu günstigen Bedingungen nicht pachten konnten, sahen sie sich gezwungen, eine Parzelle zu ungeheurem Preise aus eigenem zu erwerben. Das führte in vielen Fällen zu starker Verschuldung und finanzieller Verwirrung. Man gab seine letzten paar Groschen für den Grund und Boden aus, wodurch die Aussicht auf den Bau des Hauses in die ferne Zukunft gerückt wurde. Ein Beispiel dafür waren die zahlreichen Baugruppen, die sich in Tel-Aviv gebildet hatten, deren Mitglieder nur Anzahlungen auf Grundstücke leisten konnten und später in eine äußerst schwierige Situation gerieten. Sie waren weder in der Lage, den Kaufpreis für das Grundstück voll auszuzahlen noch durch Verkauf desselben das bereits investierte Geld zu realisieren. Da sie auf das noch nicht voll bezahlte Grundstück keine Eigentumsurkunden erhalten konnten, war es ihnen auch unmöglich, sich die für den Hausbau nötigen Kredite zu beschaffen-

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