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Palästina · 1929-12-01 · Heft 12 (Dezember 1929) · p. Seite 36

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 12 (Dezember 1929)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. Arje Tartakower, Lodz.
Date
1929-12-01
Page
Seite 36 (sequence 5)
Language
German
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11 bis 15 Piaster täglich, viele verdienen sogar bedeutend weniger), und auch der achtstündige Arbeitstag ist oft auf dem Papier stehengeblieben, während in der Mehrzahl der Fälle (insbesondere in der Hauswirtschaft) 10 bis 14 Stunden täglich gearbeitet wird. Die in den letzten Jahren ziemlich zahlreich in den verschiedensten Punkten des Landes (zumeist neben den Kolonien) gegründeten Arbeiterinnengenossenschaften haben in den allermeisten Fällen schwer um ihre Existenz zu kämpfen, um so mehr, als ihnen die Hilfe der zionistischen Kolonisationsbehörden nur äußerst zögernd und kärglich gewahrt wurde, und es bleibt noch abzuwarten, ob und wieweit sie werden standhalten können. So ist denn die Lage der palästinensischen Arbeiterin keineswegs als eine beneidenswerte zu bezeichnen. Vielleicht wird die rege Organisationsarbeit der letzten Jahre eine Besserung in dieser Beziehung mit sich bringen können. So sind heute fast an allen bedeutenderen Plätzen des Landes im Rahmen der allgemeinen Arbeiterräte besondere Frauenkommissionen ins Leben gerufen worden, und außerdem existiert ein zentraler Landesarbeiterinnenrat mit dem Sitz in Tel-Aviv, der gerade vor wenigen Tagen, am 8. November d. J., wiederum tagte und eine Reihe von Schritten zur Weiteriührung der Arbeit beschloß. Außerdem sind in den letzten Jahren im Ausland spezielle Frauenorganisationen für die Arbeit in Palästina (so in erster Reihe die "Weltorganisation der zionistischen Frauen, die „"Wizo", wie auch die Liga der Frauen für Palästinaarbeit in Amerika) gegründet worden, deren Aufgabe es sein wird, in dieser Hinsicht eine Besserung zu schaffen. Es ist somit zu hoffen, daß dieses ziemlich traurige Kapitel in der Geschichte der jüdischen Arbeit im Lande in absehbarer Zeit einen Abschluß finden wird. Die arabische Bewegung. Arabischer Kongreß. Am 27. Oktober tagte der Achte arabische Kongreß. Es nahmen 600 Delegierte daran teil, darunter solche aus Syrien, Libanon und Transjordanien. Ungefähr ein Drittel bestand aus Christen, darunter auch Geistliche. Ein Christ, der Vizebürgermeister von Jerusalem, Jakob Faraj, führte den Vorsitz. Es wurde beschworen, keinen Boden an Juden zu verkaufen sowie jüdische Industrie und jüdischen Handel zu boykottieren. Zwei Tage vorher hatte der Erste Kongreß palästinensischer Araberinnen getagt. Beide Kongresse verlangten die Aufhebung der Balfour- Deklaration und Einführung eines parlamentarischen Regimes. Landwirtekongreß. Anfangs November tagte in Jaffa der Erste Kongreß arabischer Landwirte, der verschiedene Steuerreformen, Gründung einer Agrarbank, ein „Fünffeddan4t-Gesetz, wie in Ägypten, sowie eine Verbesserung des Schulwesens verlangte. Arabischer Generalstreik. Auf Anordnung der Arabischen Exekutive wurde ein solcher am 16. Oktober durchgeführt und erstreckte sich fast auf das ganze Land. Auch die Bootsleute in Haifa und Jaffa schlössen sich dem Streik an. Zirka 5000 arabische Dorfbewohner strömten an diesem Tage zur Omar-Moschee. — Am 2. November (Balfour-Tag) veranstalteten die Araber den üblichen Trauerstreik. Die arabischen Läden blieben geschlossen, vor den Moscheen und Wohnhäusern wehten Trauerfahnen. Daten Abgeschlossen am 1. Dezember 1929 POLITIK.

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