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Palästina · 1929-12-01 · Heft 12 (Dezember 1929) · p. Seite 33

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 12 (Dezember 1929)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. Arje Tartakower, Lodz.
Date
1929-12-01
Page
Seite 33 (sequence 2)
Language
German
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verdammt die palästinensische Administration und stellt eine Reihe von konkreten Forderungen bezüglich deren Neuorganisation sowie bezüglich des Anteils der Juden an den Verteidigungskräften des Landes, fordert strenge Bestrafung der unmittelbar Schuldigen wie auch der Anstifter und Hetzer, betont aber gleichzeitig den festen Willen der Arbeiterschaft, diesen Gerechtigkeitsakt zu keinem Kampf gegen das arabische arbeitende Volk ausarten zu lassen, und verurteilt in schärfsten Ausdrücken die Haltung der Revisionisten. Es wird zugleich in der Erklärung gefordert, die Frage des Kotel Maaravi nicht weiter zuzuspitzen, da das Aufbauwerk wichtiger als sie sei. Es heißt daher, alle Volkskräfte jetzt für eine großzügige Kolonisationsarbeit zu mobilisieren. Doch tritt gerade in der letzten Zeit die entschiedene Ablehnung der Brith-Schalom-Ideologie mehr zutage. Es wurde ihr bereits auf einer vor wenigen Wochen abgehaltenen gemeinsamen Konferenz der Führer der Histadruth- und der Führer der Brith-Schalom-Gruppe Ausdruck gegeben, und wird diese Betonung jetzt in der Arbeiterpresse, insbesondere im Zusammenhang mit der neuen, rein palästinensisch-territorialen Orientierung der Gruppe, immer wieder wiederholt. Besonders scharf wird der Teil des Programms der Brith-Schalom bekämpft, der als gegen den Grundsatz des Kampfes um jüdische Arbeit gerichtet betrachtet wird. Viel Aufmerksamkeit wird naturgemäß der Frage der jüdisch-arabischen Beziehungen geschenkt. Die Frage wurde sehr ausführlich sowohl auf der letzten Session des Rats der Histadruth am 26. und 27. September d. J. wie auch auf einer speziellen vertraulichen Konferenz mit Leuten behandelt, die mitten aus dem tagtäglichen Zusammenleben mit den Arabern kommen. Der großen Schwierigkeiten, die sich da auf Schritt und Tritt entgegenstellen, ist sich die Arbeiterschaft wohl bewußt, um so mehr, als sie mehr als alle anderen Schichten der jüdischen Bevölkerung auf eine Reihe von praktischen Versuchen in dieser Beziehung zurückblicken kann. Hat ja doch die Histadruth wiederholt den Versuch gemacht, gemeinsam Gewerkvereine von jüdischen und arabischen Arbeitern ins Leben zu rufen, und eine Zeitlang wurde sogar eine besondere Zeitschrift für die arabischen Arbeiter in arabischer Sprache herausgegeben. Doch wird gerade letztens der Gedanke der Zweckmäßigkeit des „Irgun meschutaf44 (gemischtnationale Gewerkvereine) vom Standpunkt der jüdisch-arabischen Annäherung bezweifelt, und es werden andere Wege gesucht. Der Gedanke eines vervielfachten Tempos der Aufbauarbeit als Antwort auf die letzten Ereignisse hat naturgemäß in den Reihen der Arbeiterschaft besonders viele und begeisterte Anhänger gefunden. Dieser Parole sowie der Präzisierung von konkreten Forderungen auf deren Basis war in letzter Reihe die oben erwähnte Session der Moazath Hahistadruth (des Rates der Organisation) gewidmet. Besonders scharf wurde da auch die Notwendigkeit einer erneuten breiten Alijah ins Land betont, die ja auch den weiten aktuellen Arbeitsmöglichkeiten entspreche. Und es ist schließlich auch diese Frage, die das Interesse der Arbeiterschaft immer mehr um sich konzentriert und zu mannigfachen organisatorischen Anstrengungen anspornt. So bleibt denn die palästinensische Arbeiterschaft auch in diesem Moment ihrer alten Tradition treu, die in der Einwanderung von Arbeitselementen sowie in der Schaffung von immer neuen Arbeitspositionen im Lande den einzigen realen Verwirklichungsweg des Zionismus sieht. 2. Die neue Phase der Koloniearbeiter frage. Eine der wenigen erfreulichen Folgen der letzten Ereignisse im Lande war ein erneutes Eindringen von vielen jüdischen Arbeitern in die jüdischen Kolonien, die bisher ganz oder zum Teil auf dem Grundsatz von arabischer Lohnarbeit basiert waren.

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