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Palästina · 1929-12-01 · Heft 12 (Dezember 1929) · p. Seite 32

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 12 (Dezember 1929)
Article
Politik. Von Dr. Ernst Simon, Jerusalem.
Date
1929-12-01
Page
Seite 32 (sequence 5)
Language
German
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getragenen Meinungskämpfe können unmöglich zur Stärkung der politischen Position des Zionismus führen. — Die Red.) Arbeiterbewegung. Von Dr. Arje Tartakower, Lodz. 1. Die Arbeiterschaft und die letzten Ereignisse im Land. Die tragischen Ereignisse der letzten Augustwoche, deren schwerer Eindruck bis zum heutigen Tage auf Schritt und Tritt im Lande fühlbar ist, haben naturgemäß auch in den Reihen der jüdischen Arbeiterschaft den stärksten Widerhall gefunden. Das Gefühl der nationalen Solidarität, das ja auch sonst die jüdische Arbeiterbewegung im Lande scharf und ununterbrochen charakterisiert, hat in jenen unendlich schweren Tagen alle wirtschaftlichen und sozialen Gegensätze hinwegfegen lassen. Die Initiative im Verteidigungskampf ging fast automatisch in die Hände der Arbeiterschaft über, die auch dafür (und zwar sowohl was die legale wie auch insbesondere was die unlegale „Hagana" betrifft) viel mehr als die anderen Bevölkerungsschichten vorbereitet war. Der große, ja vielleicht überwiegende Anteil der jüdischen Arbeiterschaft an dem Stück jüdischen Heldentums, das sich da offenbarte, ist von selbst verständlich und erklärbar. Natürlich war auch die Reaktion der Arbeiterschaft auf diese Ereignisse in vielen Hinsichten dieselbe, wie die der anderen Bevöikerungskreise. Die Empörung über die verantwortungslose, ja sogar jugendfeindliche Haltung der englischen Administration im Lande, wie auch die. Entschlossenheit, trotz aller Hindernisse das Werk des Aufbaues im schnellen Tempo weiterzuführen, war und ist der Arbeiterschaft mit den anderen Teilen der Bevölkerung gemeinsam. Doch zeigten sich auch von aller Anfang an Meinungsunterschiede, die im Lauf der Zeit eine immer mehr ausgeprägte Form erhielten. Die Arbeiterschaft war es erstens, die sich der Versuchung, die englische Administration in Palästina mit den offiziellen englischen Regierungsbehörden in einen Topf zu werfen, entgegenstellte und zur besonderen Vorsicht in dieser Beziehung mahnte, was zweifellos nicht bloß der Tatsache des Vorhandenseins einer Arbeiterregierung in England, sondern auch tiefer Einsicht in die Eigenart der englischen VerwaltungsVerhältnisse zuzuschreiben ist. Tm Zusammenhang damit steht auch die Betonung der Bedeutung einer Aufklärung der öffentlichen Meinung in England, die ja auch in den Reihen der Arbeiterschaft zum ersten praktisch bedeutsamen Schritt in dieser Richtung, einer regelmäßigen, wöchentlichen englischen Beilage zur Arbeiterzeitung „Davar", führte. Des weiteren machte auch die Arbeiterschaft die weitgehende Radikalisierung eines Teils der öffentlichen Meinung in Palästina, und zwar in die zwei entgegengesetzten Richtungen des Revisionismus und der Brith-Schalom-Gruppe, nicht nur nicht mit, sondern tritt im Gegenteil scharf gegen sie auf. Im Gegensatz zu den beiden Richtungen betont die jüdische Arbeiterschaft einerseits ihren Willen, zwischen dem rein aufbauenden, gegen niemanden gerichteten Nationalismus, wie er insbesondere im Arbeitersiedlungswerk zutage tritt, und dem agressiven, militaristisch angehauchten Nationalgefühl einen reinlich scheidenden Strich zu ziehen, anderseits aber doch des eigentlichen Ziels des Zionismus, ein nationales Heim für das ganze jüdische Volk zu schaffen, bewußt zu bleiben. Einen besonders scharfen Ausdruck hat insbesondere die Verdammung der revisionistischen Ideologie und Taktik in der gemeinsamen Erklärung der beiden Zentralkomitees der Achduth-Haavoda und des Hapoel Hazair gefunden, die Mitte September erschienen ist und wohl als Erklärung der weitaus überwiegenden Mehrheit der palästinensischen jüdischen Arbeiterschaft gelten kann. Die Erklärung betont die Bedeutung der jüdischen Selbstverteidigung bei den letzten Ereignissen,

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