Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1929)
- Article
- Bericht der Regierung für 1928 [Nachricht]
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 66 (sequence 2)
- Language
- German
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Versuchswesen. In Akko wurden Versuche mit Dryfarming (Trockenkultur), in Beisan solche über Bewässerungstechnik angestellt. Besondere Aufmerksamkeit wird der Einführung von Gräsern und Futterpflanzen (Luzernearten, wie Sudangras und Paspalum), die der Trockenheit gut widerstehen können, gemacht. Bei einem Versuch zur Verbesserung der natürlichen Weide bei Tulkarem wurde durch Anwendung von Phosphat mit einer leichten Beigabe von Ammoniumsulfat die Ernte von Heu auf sumpfigem Boden verdoppelt. Die Kadoorieschnlen. Der Boden für tlie arabische Schule wurde bereits angebaut. Für die jüdische wurden 500 Acres (2000 Dunam) einer Staatsdomäne nahe dem Berge Tabor bestimmt. Ein Ausschuß für landwirtschaftliche Erziehung wird das Programm des Unterrichtes bestimmen und Diplomprüfungen ermöglichen. Forstdienst. Die betreffenden Ziffern haben wir bereits in der Besprechung der Broschüre von Col. E. Sawer mitgeteilt (Nr. 7/9, Seite 108). Viehzucht. Der Viehstand in Palästina weist in den letzten zwei Jahren eine nicht unwesentliche Abnahme gegenüber früher auf, die durch die vorausgegangenen Trockenjahre verursacht wurde. Eine besonders hohe Abnahme ist bei Ziegen und Büffeln zu verzeichnen, während der Kamelbestand ziemlich stabil geblieben ist. 1926 1927 1928 Schafe...... 290.854 242.625 226.611 Ziegen...... 571.289 385.762 367.730 Büffel...... 4.161 596 600 Kamele...... 27.319 22.569 23.850 Die Regierungsstatistik enthält nur diejenigen Tiere, die der Tiersteuer unterliegen und daher von der Regierung registriert werden. (In der Zahl der Büffel sind auch die nicht versteuerten Tiere enthalten.) Fischfang. Der jährliche Konsum Palästinas beträgt etwa 3000 t, von denen nur etwa 10001 im Lande selbst gefangen werden. Der Wert des Seefischfanges beträgt etwa 30.000 £ und ebensoviel dürfte aus den binnenländischen Gewässern gewonnen werden. Dagegen erreicht der Wert des Imports an Fischen und geräucherten Fischen einen Betrag von 70.000 £. Der durchschnittliche Verkaufspreise für Fische aus erster Hand beträgt etwa 65 Müs pro Kilo. Jedoch muß der Konsument einen weit höheren Preis anlegen, da der Zwischenhändler in dieser Ware sehr verteuernd wirkt. — Der unbefriedigende Zustand der Fischerei in Palästina ist nach dem Bericht vielmehr auf Mangel an Unternehmungslust und Initiative als auf das Fehlen von Möglichkeiten auf diesem Gebiete zurückzuführen. (Siehe darüber den Artikel von A. Bojewski über Fischerei in Nr. 5/7 1928, S. 251). Das Beisauabkommen. Der Bericht der Regierung enthält auch die Regelung des „Chor Mudawwara"-Abkommens über die Beisanländereien von 1921. Wie bekannt, hat noch Sir Herbert Samuel den arabischen Pächtern und Beduinen diesen Boden unter den günstigsten Bedingungen überlassen. Die Zionisten protestieren da' gegen, daß den Fellachen von diesen Staatsländereien Flächen, die mehrfach so groß waren, als sie bearbeiten können, überlassen wurden, indes die Juden, die durch das Mandat ein Recht auf Staatsländereien hätten, leer ausgegangen sind. Alle Proteste haben nur den einen Erfolg gehabt, daß den Fellachen gestattet wurde, überschüssige Ländereien zu verkaufen. Die Regierung setzte eine Kommission ein, welche die diesbezüglichen Verhöltnisse prüfte. Die Kommission hat ihre Arbeit beendet und Nachstehendes ist das Schlußabkommen: Die verschiedenen Ansprüche wurden geprüft und erledigt, zirka 48.000 Dunam wurden abgegrenzt und katastriert und zirka 21.000 Dunam bewäsesrbares Land parzelliert und den Eignern übergeben.