Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1929)
- Article
- Landwirtschaft. Von Dr. Karl Schwager, Jerusalem.
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 57 (sequence 4)
- Language
- German
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daß die Pflanze für gewisse Gegenden Palästinas ihre Bedeutung in Zukunft behalten kann. Nach wie vor verdient jedoch unter allen landwirtschaftlichen Produktionszweigen die Orangenkultur die meiste Beachtung, weil es sich hier um einen Zweig handelt, für den die meisten Erfahrungen sowohl über Anbau als auch über Absatz vorliegen. Aber gerade darüber braucht in einem Überblick über die landwirtschaftliche Entwicklung Palästinas in den letzten Jahren weniger gesprochen zu werden, da die Öffentlichkeit durch die zahlreichen Informationen in weitestem Maße über die Ausdehnung der Orangenkulturen und über den Orangenmarkt auf dem laufenden gehalten wird. Es mag nur bemerkt werden, daß es den Anschein hat, als ob der große „Boom", wie man in Amerika eine solche allgemeine Begeisterung für den Pardeß nennt, einer etwas ruhigeren und bedächtigeren Entwicklung gewichen ist. Eine recht unerfreuliche Folge des regenreichen Winters für die landwirtschaftliche Siedlung Palästinas ist das verstärkte Auftreten der Malaria in diesem Sommer. In Gegenden, die im allgemeinen als von ihr befreit gegolten haben, sind neuerdings Fälle aufgetreten, und in anderen Orten, in denen bisher die Krankheitsziffer auf ein erträgliches Maß reduziert worden war, ist sie unverhältnismäßig hoch gestiegen, so daß sich dort sogar ein gewisser Mangel an Arbeitern fühlbar macht. Schließlich sei von den Plagen, denen der Landwirt ausgesetzt ist, eine erwähnt, von der Palästina diesmal verschont geblieben ist: die für das vorige Jahr befürchtete Heuschreckenplage, der man schon glücklich entgangen zu sein glaubte, drohte in diesem Jahre das Land heimzusuchen. In Transjordanien traten ganz gefährliche Schwärme des Ungeziefers auf. Es muß betont werden, daß die Regierung, gegen die sonst gerade von Seiten der jüdischen Landwirte heftige Klage geführt wird, diesmal ganze Arbeit geleistet und mit einem sehr gut funktionierenden Apparat den Kampf gegen die Heuschrecken erfolgreich durchgeführt hat. Transjordanien stellte sich auch in diesem Falle als der „Limes" Palästinas dar, indem die Bekämpfung der Heuschrecken durchweg östlich des Jordans durchgeführt wurde und nur vereinzelte Schwärme ins eigentliche Palästina gelangten, wo sie, ohne Schaden anzurichten, vernichtet wurden. Die Unruhen und die britische Politik. Hierüber berichten wir in einem separaten Artikel, ferner in der „Rundschau". Die Dauer der Mandate. In der Sitzung der politischen Kommission der V. B. vom 14. September entstand eine theoretische Debatte über die Frage, ob die Mandate zeitlich begrenzt oder dauernden Charakter hätten. Italien erklärte mit allem Nachdruck den Charakter der Mandate für provisorisch. Frankreich erhob dagegen scharfen Einwand. Der englische Vertreter verfocht den Standpunkt, daß die Mandate durch die alliierten und assoziierten Mächte seinerzeit verteilt worden seien und zwischen diesen auch gewechselt werden können. Staatssekretär von Schubert gab eine Erklärung ab, in der er der italienischen Auffassung, nach der die Mandate nur einen temporären Charakter hätten, nach- Nadiriditen Daten Abgeschlossen am 15. Juli 1929 POLITIK.