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Palästina · 1929-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1929) · p. Seite 54

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1929)
Article
Jewish Agency. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin.
Date
1929-10-01
Page
Seite 54 (sequence 3)
Language
German
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vorgelegt wurden. Darunter sind zu erwähnen: die Forderung nach Wiederherstellung der Ordnung, Einstellung einer entsprechenden Zahl jüdischer Polizisten, Schadenersatz, Regelung der Klageniauer-Angelegenheit sowie die Aufforderung an die Mandatarmacht, durch aktive Mitarbeit an der Errichtung des Jüdischen Nationalheims mitzuwirken. Für die künftige Politik der Mandatarmacht werden gleichfalls eine Reihe von Forderungen erhoben, so die Anerkennung des Status der Jewish Agency, Auswahl der palästinensischen Beamtenschaft unter dem Gesichtspunkt ihrer Stellung zum jüdischen Nationalheim, Neuorganisierung der öffentlichen Sicherheit, Erfüllung des Artikel 6 des Mandates (Förderung von Einwanderung und Ansiedlung), Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei öffentlichen Arbeiten usw. Bei der von der englischen Regierung angeordneten Untersuchung, die von einer Kommission unter Vorsitz von Sir Walter Shaw geführt wird, ist die Jewish Agency als eine der betroffenen Parteien anerkannt und wird vor dieser Kommission durch zwei bedeutende englische Anwälte vertreten werden. Einen schweren Verlust erlitt die Jewish Agency unmittelbar nach ihrer Gründung. Louis Marshall, einer der Schöpfer der Agency, starb am 11. September in Zürich. Was Louis Marshall, der anerkannte Führer des amerikanischen Judentums, für das Zustandekommen der Agency bedeutet hat, braucht hier nicht näher ausgeführt zu werden. Mit seinem und Weizmanns Namen ist die Schaffung der Agency unlöslich verknüpft. Er ist in den Tagen von Zürich zu einem Führer des Weltjudentums geworden. Auf der Höhe seines dem Wohle des Judentums gewidmeten Lebens nach dem größten und vielleicht wichtigsten Erfolg seiner Lebensarbeit ist dieser im 74. Lebensjahre noch rüstige und arbeitsfreudige Mann dahingerafft worden. Er wurde von dem gesamten Judentum aufrichtig und tief betrauert. In dem von ihm hochgehaltenen Geiste jüdischer Solidarität wird die Arbeit der Agency fortgesetzt werden. Landwirtschaft. Von Dr. Karl Schwager, Jerusalem. In einer seiner feinsten Skizzen zeichnet Polgar die Tragikomik des Bauers: wenn 49 von seinen Feldern gut stehen, droht auf dem einen Mißwachs, und verspricht das Getreide guten Ertrag, gibt's sicher im Kuhstall Unglück; nie kann der Bauer froh und zufrieden sein. Leider geht es dem Landwirt in Erez Israel nicht besser. Das Frühjahr 1928 brachte für die wichtigsten landwirtschaftlichen Gebiete des Landes eine Dürre, wie sie seit Menschengedenken nicht vorgekommen sein soll. Und zum Ausgleich brachte der folgende Winter eine Fülle an Regen, wie sie in dieser Stärke ebenfalls seit Jahren nicht verzeichnet wurde. Leider aber gibt es im Haushalt der Natur keine so einfache Bilanz, daß z. B. die Defizite an Feuchtigkeit des einen Jahres durch die Überschüsse des anderen so glatt ausgeglichen werden können. Ein überstarker Regenfall kann von den Feldern nicht nur nicht zur Genüge aufgenommen und verwertet werden, er bringt unter Umständen auch direkten Schaden: Überflutungen, Fäulnis usw. Der Übergang von dem heuer sehr lang anhaltenden Winter zum Sommer war sehr kurz, die Pflanzen hatten keine Zeit zu genügender Entwicklung, kurz, es gibt viele Gründe dafür, daß zwar die Ernte dieses Jahres an verschiedenen Stellen als gute und weit über den Durchschnitt bezeichnet werden kann, daß sie aber an anderen Stellen und für verschiedene Feldfrüchte recht ungleichmäßig ausgefallen ist.

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