Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1929)
- Article
- Aus der Medizinalstatistik Palästinas für das Jahr 1927
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 43 (sequence 4)
- Language
- German
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jüdischen Bevölkerung Versorgung gefunden. Die Hadassah hat im Lande 363 Betten, von denen täglich durchschnittlich 353.8 belegt waren, gleich 97.46%. Als normale Belegung ist anzusehen höchstens 75% (dies ist z. B. die Belegungszahl des Mount- Sinai-Spitals, New York). Eine Belegung von 97.46% ist ein Beweis von absolutem Bettenmangel, der oben geschilderte Mißstände mit sich bringt. Eine Äußerung des Lord Melchett, die vor einiger Zeit durch die Presse ging, daß Palästina mehr Hospitäler als Kranke hätte, wird durch diese Zahlen bezüglich jüdischer Krankenbetten ad absurdum geführt. Die Unruhen in Palästina. Die Nachrichten über diese sind (wenn auch übertrieben) in den Tagesblättern, ferner in ausführlichster Weise in den jüdischen Wochenblättern gegeben worden. Wir beschränken uns infolge Raummangels auf eine kurze Zusammenstellung. Bezüglich der politischen Beurteilung der Unruhen in Palästina verweisen wir auf die „Rundschau". Die Red. Die Klagemauerdemonstration. Am 9. Ab (Tischa b'Ab) — 15. August jüdischer Demonstrationszug, geleitet vom Brith Trumpeldor, einige tausend Juden. Am 16. August mohammedanische Demonstration, zirka 100 Araber zerreißen Gebetbücher, überfallen die Beter, zwei Schwerverletzte. Keine Verhaftungen, Proteste der jüdischen Behörden. Am 17. August (Sabbath) neue Angriffe von Arabern, auch in der Stadt selbst, am Sonntag wiederholt. Die folgenden Unruhen. Freitag, den 23. August, Zusammenrottung der Landbevölkerung, der Mufti von Jerusalem wird beschuldigt, daß er die Nachricht verbreitet habe, die Juden wollten die Omarmoschee besetzen. Schwere Kämpfe, über 100 Juden verletzt. In den folgenden Tagen Unruhen im ganzen Lande, von denen die Regierung überrascht worden ist, trotzdem sie schon einige Zeit vom jüdischen Jischuw aufmerksam gemacht worden war, daß sich etwas vorbereitet. Ein Teil der Engländer und Juden wird bewaffnet, kurz darauf (27. August) letztere wieder entwaffnet. Am selben Tag (23. August) beginnen in Hebron furchtbare Schlächtereien, meist Jeschiwah-Studenten getötet, Belagerungszustand über Jerusalem und andere Städte, Zensur. Unzuverlässigkeit der arabischen Polizei. Plünderung der Vorstädte von Jerusalem (insbesondere Talpioth) und von Tel-Aviv, Angriffe auf kleinere Kolonien, Kämpfe in Jaffa, vor Tel-Aviv und bei Haifa (insbesondere Hadar Hakarmel). Plünderung von galiläischen Kolonien. Am 30. August Gemetzel in Safed. Englische Schiffe von Malta und Ägypten herbeigeeilt, landen Matrosen. 40 Oxforder Studenten bilden eine freiwillige Schutzwehr. Sir John Chanceller kehrt am 28. August vom Urlaub zurück, erläßt eine Proklamation. Verdammt die „brutalen Morde, begangen an schutzlosen Angehörigen der jüdischen Bevölkerung". Es werden auch zahlreiche Fälle bekannt, wo Araber Juden geschützt haben. Der Waad Leumi warnt die Juden vor Racheakten. Auf britischer Seite fiel Mr. Best, Inspektor für Einwanderung. Ein englischer Beamter, Mr. Patrige, hielt 1500 Beduinen vom Gazadistrikt auf, indem er die Lüge dementierte, daß die Juden der Omarmoschee überfallen wollen. Schwere Angriffe der jüdischen Zeitungen auf die meisten höheren Beamten, Vorwürfe wegen unzuverlässiger Haltung. Periodische Einstellung des „Doar Hajom", Hetze der arabischen Zeitungen. Einstellung mehrerer, meist aber nach den Unruhen. In den jüdischen Pflanzungskolonien mit vielen arabischen Arbeitern halten die Scheichs den beschworenen Frieden. An manchen Orten