Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1929)
- Article
- Die Arbeiter-Krankenkasse (Kupath Cholim) in Palästina
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 40 (sequence 10)
- Language
- German
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führt, daß es nicht anders als eine Kulturschande genannt werden muß. Die Re* gierungsspitäler werden deshalb — mit wenigen Ausnahmen, eben wo jüdische Ärzte angestellt sind — von der Bevölkerung boykottiert. Die Zustände in denselben sind den „Natives", dem Niveau der arabischen Fellachen, angepaßt. Es muß nicht nur für entsprechende sanitäre Maßnahmen Sorge getragen werden, sondern es muß auch für baldigen Ausbau der sozialen Gesetzgebung, vor allem der Pflichtversicherung der Arbeiter gegen Krankheit und Invalidität von allen maßgebenden Faktoren eingetreten werden. Nur dann wird unsere Krankenkasse ihr begonnenes Werk ordentlich ausbauen und den Arbeiter während der ganzen Zeit seiner Krankheit in entsprechender Weise versorgen können. Aus der Medizinalstatistik Palästinas für das Jahr 1927. Von Dr. Albert Wunderlich, Jerusalem. Im Anschluß an den ausführlichen Aufsatz von Dr. S. Peller über die Versorgung der Juden Palästinas mit Spitälern in Nr. 2/3 mit Statistik bis 1926 bringen wir diese Untersuchung für das Jahr 1927. Die Red. Die Gesamtbevölkerung Palästinas beträgt nach dem Stand vom 1. Juli 1927 882.000, davon sind Juden: 147.687 (16.78%). Die Morbidität, soweit sie aus der Inanspruchnahme von Betten hervorgeht, beträgt ungefähr: Auf 90 Mohammedaner 1 Fall . . 1.1% Auf 17.5 Christen 1 Fall . . 5.7% Auf 9 Juden 1 Fall . . 11.1% Es waren hospitalisiert im Jahre 1927 in sämtlichen Hospitälern: Bevölkerungs¬ Zahl in % anteil in % Jüdische Patienten . . . . 17.589 52.63 16.78 Nichtjüdische Patienten . . 15.859 47.37 83.22 Zahl aller Patienten . . . 33.448 100.00 100.00 Eine Erklärung für die ungeheure Differenz dieser Zahlen ist zu finden in erster Linie in dem verschiedenen Lebensstandard der drei Bevölkerungsgruppen, ferner in der Tatsache, daß die neu einwandernden Juden den Landeskrankheiten, wie Papatacci, Typhus, Malaria, in erhöhtem Maße ausgesetzt sind. Einige Vergleichszahlen: Berlin hat eine Krankenhausinanspruchnahme von . . . 7.0% Deutschland hat eine Krankenhausinanspruchnahme von . 5.4% New York hat eine Krankenhausinanspruchnahme von . . 6.0% In Palästina stehen in 40 Hospitälern 2008 Betten zur Verfügung, es kamen im Jahre 1927 33.448 Fälle zur Aufnahme. Ihre Verteilung ist aus folgender Tabelle zu ersehen: