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Palästina · 1929-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1929) · p. Seite 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1929)
Article
Das Malariaproblem in den jüdischen Siedlungen Palästinas
Date
1929-10-01
Page
Seite 29 (sequence 8)
Language
German
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In einer Reihe von Orten finden wir im Jahre 1925/26 eine Zunahme der Regenmenge gegenüber dem Vorjahre und gegenüber dem Durchschnitt der früheren Jahre. In der Saison 1926/27 ist die Zunahme mit wenigen Ausnahmen viel erheblicher. Im Jahre 1926 waren März, April und auch der sonst trockene Mai relativ regenreich. Im Mai regnete es besonders im nördlichen Teil, in Beisan, Nazareth (13.5), Metullah (44) und Safed (55 m). Im Herbst 1926 setzte die Regenperiode sehr spät ein, war aber anfangs 1927 und besonders im April 1927 um so ausgiebiger. Der letzte Winter (1927/28) ist im allgemeinen sehr regenarm gewesen, trotz der beträchtlichen Regengüsse im Jänner und Februar. Nicht nur der April, sondern auch zwei Drittel des März 1928 waren völlig trocken. So traurig dies im allgemeinen für die Ernte ist, so günstig ist es für die kommende Malariasaison. Überblicken wir heute die Malaria seit 1922 bis 1926, so sehen wir, daß die Abnahme auch in jenen Gegenden sehr groß war, wo die Brutstättenkontrolle, wie jetzt allseits zugegeben wird, prinzipiell, im allgemeinen oder mit gegebenen Mitteln aussichtslos ist und wo außer dieser „Kontrolle" faktisch nichts oder nur wenig unternommen wurde. Zweitens sehen wir, da zu Beginn des organisierten Kampfes wunderschöne „Erfolge" in frappant kurzer, nach Wochen zählender Zeit mit der Bearbeitung der Brutstätten erzielt wurden. Dabei waren die Arbeitsbedingungen14) derart, daß sie, wie sich später zeigte, auch bei längerer Einwirkung absolut nicht ausreichend gewesen wären. Ja, wir sehen, daß solche blendende Erfolge im ersten Jahr an Orten erzielt wurden, wo im letzten Jahre trotz ausgebauter „Kontrolle", trotz trainierten Personals und trotz besserer Kenntnis der Biologie der Stechmücken Palästinas eine schwere Epidemie nicht verhütet werden konnte. Das Jahr 1927 zeigt, daß man in Palästina in der Malariabekämpfung umlernen, die internationalen Erfahrungen voll berücksichtigen muß und daß die Bevölkerung im Kampfe gegen die Malaria keine Mittel und keine persönliche Belästigung scheuen darf. Die M. R. U., der die Bekämpfung der Malaria bei den Juden oblag, b eschließt ihre Arbeit am 31. Dezember 1928. Die Regierung löst die M. R. U. ab, wobei sie den Standpunkt vertritt, daß auch der Teil der Antimalariaarbeit, den bis jetzt die Sanitäre der M. R. U. durchgeführt haben (Beaufsichtigung der Brutstätten und deren Behandlung mit Schweinfurtergrün usw.), Sache der Bevölkerung ist. Die Sanitäre sollen nur beratende Aufsichtsorgane sein. Daher will die Regierung die Zahl der Sanitäre abbauen, während der Gründer der M. R. U. der Ansicht ist, daß die Zahl der Sanitäre, die er noch im Jahre 1926 für völlig ausreichend hielt, vermehrt werden sollte. Es muß also die Bevölkerung selbst aktiv in Malariafragen vorgehen und die bisherige philanthropische Regelung der Fragen, die dem Aufbau Palästinas nicht zum Segen gereichte, hat ein Ende. Dabei muß ich noch auf ein Moment aufmerksam machen. Die M. R. U. ist in einem Teil der Siedlungen (mittleres Emekgebiet um Afule) schon im Frühjahr 1927, in einigen anderen (Nuris) im Herbst 1927 abgelöst worden. Es war von Interesse, die Einwirkung dieses Faktors auf die Malariafrequenz der betreffenden Ortschaften zu untersuchen. Die Zunahme der Malaria im Jahre 1927 hängt mit dieser Ablösung und mit der Übernahme der Arbeit durch die weit weniger intensiv arbeitenden Regierungssanitäre nicht zusammen. Wo die Wasserverhältnisse für die Entwicklung der Anophelesbrut im Jahre 1927 günstig waren und es auch noch einen Zuzug von neuen Menschen 34) Beaufsichtigung eines 1 km breiten Gebietsstreifens.

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