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Palästina · 1929-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1929) · p. Seite 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1929)
Article
Das Malariaproblem in den jüdischen Siedlungen Palästinas
Date
1929-10-01
Page
Seite 23 (sequence 2)
Language
German
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Palästina auf richtigem Wege war und ob trotzdem eine Epidemie Palästina heimgesucht hat; 2. ob die Abnahme der Malaria in Palästina in den Jahren 1922 bis 1926 ein Werk dieser Bekämpfung war; 3. ob die Zunahme im Jahre 1927 die Folge begangener Fehler ist, die nur der Ausführung der an sich und für sich richtigen Antimalariaarbeit oder ihrem bisherigen System anhaften; 4. müssen wir aus den Erfahrungen der Vergangenheit auf die Zukunft schließen und uns überlegen, wie das Versäumte nachzuholen ist, damit das Jahr 1927 nicht wiederkehrt, wenn die meteorologischen Verhältnisse nochmals umschlagen und sonstige günstige Bedingungen für die Anophelesvermehrung1) eintreten. Da man für gewöhnlich keine klare Vorstellung von der Häufigkeit der Malaria hat, mögen einige Zahlen vorausgeschickt werden. Nach den Zahlen der M. R. U.2) gab es in den jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen, die unter ihrer Kontrolle standen: Im Jahre 1922 auf 100 Seelen 68 Erkrankungen an Malaria Im Jahre 1923 auf 100 Seelen 35 Erkrankungen an Malaria Im Jahre 1924 auf 100 Seelen 15 Erkrankungen an Malaria Im Jahre 1925 auf 100 Seelen 10 Erkrankungen an Malaria Im Jahre 1926 auf 100 Seelen 11 Erkrankungen an Malaria Gerade in den ersten Jahren der Tätigkeit der M. R. U. war die in obigen Zahlen zum Ausdruck kommende Besesrung stark, im Jahre 1925 geringer und im Jahre 1926 war es mit dem Rückgang im Durchschnitt zu Ende. In einem Teil der administrativen Bezirke der M. R. U. gab es im Jahre 1926 eine deutliche Verschlimmerung der Situation, während in anderen Teilen die Frequenz der Malaria weiter zurückging. Malariaerkrankungen auf 100 Seelen. 1922 1923 1924 1925 1926 Im Gebiet von Metulla (Galiläa) ....?? 32 22 40 Im Gebiet von . . . 31 43 31 23 54 Im Gebiet von . . . 35 34 32 25 46 Im Gebiet von . . . 17 10 11 11 22 Im Gebiet von . . . 112 (!) 32 19 14 24 In Rosch-Pinah fieberten im November und Dezember 1926 30%, in Kfar-Gileadi und Tel-Ghai zur gleichen Zeit 50%, in Jessod Hamaala am Hulesee im Oktober und November 63% aller Einwohner. Auch in der Stadt Tiberias gab es im Jahre 1926 eine Verschlimmerung, hauptsächlich in den Herbstmonaten (Tertiana plus Tropica). Viel schlimmer wurde es im Jahre 1927. In Galiläa — außer Safed — gab es im Jahre 1927 etwa 3500 Malariaerkrankungen auf höchstens 7000 Juden. In manchen Kolonien, wie Degania und Migdal, kam durchschnittlich pro jeden Menschen eine Erkrankung und darüber. Sehr stark wurde auch Jawniel-Beth Gan mitgenommen. In der Stadt Tiberias mit etwa 4400 Juden zählte die Ambulanz der Hadassah über 1600 Fälle (gegen nicht ganze 1100 im Jahre 1926) und die Kupat-Cholim über 2003) *) Anopheles — Stechmücke, die die Malaria überträgt. 2) M. R. U. rr Malaria-Research Unit, eine mit dem Gelde des J. D. C. im Jahre 1922 gegründete und von ihm erhaltene Körperschaft, deren Aufgabe die Bekämpfung der Malaria in den jüdischen Siedlungen ist. Die M. R. IL arbeitet unter der Aufsicht der Regierungsbehörden und ist von der Zionistischen Organisation unabhängig. 3) Kupat-Cholim — Krankenkasse. In Tiberias waren insgesamt etwa 300 Seelen versichert (darunter 180 Mitglieder, der Rest Angehörige).

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