Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1929)
- Article
- Bevölkerungsstatistik in Palästina
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
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Monat 0 bis 1 1 bis 12 1 bis 2 Monat Monaten Jahren ... 2 10 9 ... 3 10 2 ... 4 3 6 ... 6 13 3 43 134 105 Daraus erhellt, daß fast die Hälfte der Todesfälle in den Altersstufen bis zu einem Jahr und von einem bis zwei Jahren auf die Monate Mai, Juni und Juli entfällt. Die Rate der Sterblichkeit der Kinder bis zu einem Jahr erreichte die hohe Zahl von 160 auf 1000 Geburten, während die allgemeine Rate der Kindersterblichkeit in Jerusalem 1927 bloß 106 pro 1000 Geburten war, eine vergleichsweise niedrige Ziffer, wenn wir die unter einem großen Teil der Judenschaft von Jerusalem, namentlich in der Altstadt, noch immer vorherrschenden unhygienischen Lebensbedingungen in Betracht ziehen. Die Rate der Kindersaerblichkeit unter den Juden Palästinas ist nicht viel höher als jene im Vorkriegs-England oder im gegenwärtigen Deutschland. In einer Beziehung weicht Palästina günstig von den westlichen Ländern ab: die große Mehrheit der Kinder sind Brustkinder, eine Tatsache, die geeignet ist, die Sterblichkeitsrate besonders unter den klimatischen Bedingungen des Landes herabzusetzen. Der Unterschied zwischen den Juden und den anderen Gemeinschaften Palästinas in bezug auf die Kindersterblichkeit ist in weitem Maße zurückzuführen auf den Unterschied in der Pflege der Kinder; eine aufgeklärte Haltung in bezug auf die Gesundheit der Kinder und eine beständige (manchmal übertriebene) Pflege sind für die jüdischen Mütter in allen Ländern typisch, eine wichtige Rolle spielen auch die Kinderwohlfahrtsstellen der Hadassah Medical Organisation und anderer jüdischer Institutionen, welche in verschiedenen Zentren der jüdischen Bevölkerung des Landes bestehen, ebenso wie die Säuglingsheime, die in den jüdischen Arbeitersiedlungen zu finden sind. Das Kinderwohlfahrtswerk unter den Nichtjuden steht erst in seinen Anfängen, aber es ist zu hoffen, daß trotz der uralten Sitten und Vorurteile es sich einen Weg zu den Massen der arabischen Bevölkerung bahnen und im Laufe der Zeit seinen Einfluß auf die Rate der Kindersterblichkeit ausüben wird. 7. Schlußfolgerungen. Nachstehend ziehen wir die wichtigsten Folgerungen aus obigem Überblick über die Bevölkerungsstatistik: a) Die Bewegung der Geburten in Palästina in den Jahren 1923 bis 1927 zeigt, daß alle Gemeinschaften, und die mohammedanischen insbesondere, sehr fruchtbar sind (35 bis 60 Geburten pro 1000 Einwohner). Im Fall der Juden muß in Rechnung gezogen werden, daß außer infolge natürlicher Faktoren auch das Vorherrschen junger Elemente unter den Einwanderern das Ansteigen der Geburten verursacht wird. b) Die Sterblichkeit unter den Nichtjuden, besonders unter den Mohammedanern, erreicht ein sehr hohes Ausmaß (über 30 Todesfälle pro mille); der Hauptgrund dafür ist die hohe Kindersterblichkeit (70% aller Todesfälle entfallen auf das Alter von 0 bis 5 Jahren). Die Sterblichkeit unter den Juden ist nur um weniges höher als der Standard in Westeuropa (13 bis 14 Todesfälle pro mille), und dies trotz der schwierigen Bedingungen der Akklimatisierung und hohem Krankheitsstand. Die Sterblichkeit ist bei den Juden während der Sommermonate, bei den Nichtjuden im Winter am höchsten.