Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- [Rezension] / ad. bm.
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 108 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Verfasser dem J. S. C überreicht wurde." Wir stehen aber trotz dieser unrichtigen Behauptung Dr. Soskins nicht an, zuzugeben, daß wir vor Dr. Ruppin, der ah 1908 die zionistische Kolonisation initiiert und bis vor wenigen Jahren geleitet hat, als einem der bedeutendsten und verdienstvollsten Männer der "Wissenschaft und Praxis, die größte Verehrung haben. Aus den Schlußfolgerungen der Survey Commission (siehe Nummer 8/10/1928) will Dr. Soskin eine „Verdammung" des bisherigen Systems herauslesen. Eine solche steht aber durchaus nicht darin. Wenn sich Dr. Soskin die Mühe genommen hätte, die Originalberichte der Experten zu lesen, so hätte er im "Report of the Experts", Seite 37, lesen können, daß diese gerade von der Kolonisation im Emek, die Soskin verurteilt, sehr günstig sprechen: „Der Besitz eines so großen Teiles (des Emek) durch die Zionisten gibt die Möglichkeit, ein homogenes jüdisches Leben zu schaffen und ist auch für die Kooperation, für den Absatz und die Annahme eines gemeinsamen Anbauprogramms günstig." Die Fehler, die gerügt werden, sind die allgemein längst bekannten, hängen aber alle mit der Technik der Kolonisation (keine Verträge mit den Kolonisten, Verschleppung der Ausrüstung, öfters Kolonisation vor genauer Planung usw.) zusammen, aber nicht mit der zentralen Frage Soskins, was für Wirtschaft getrieben werden soll. Im Gegenteil. In den Schlußfolgerungen heißt es unter Punkt 1: „Das Emek muß für die Entwicklung der Trockenkulturen das hauptsächlichste Gebiet (the chief area) von Palästina werden." (Report, S. 62.) Gegenüber Soskin selbst sagt der Bericht (S. 53), daß die von ihm genannten Mindestflächen für intensive Siedlung von 4 bis 20 Dunam zu klein sind, und der betreffende Sachverständige nennt dafür ein Vielfaches. Jedenfalls äußern sich die Experten mit aller gebotenen Vorsicht über Fragen, die ein langes, praktisches Experimentieren nötig machen. Dr. Soskin hat mit seinem sehr flüchtigen Referat diese Fragen jedenfalls nicht der Lösung nähergeführt. Es ist auch nicht einzusehen, warum irgendeine Richtung im Zionismus eine besondere Art der Agrikultur auf ihr Parteiprogramm schreiben muß! Was hat zionistischer „Revisionismus" mit intensiver Gemüse- und Fruchtkultur zu tun? Durch letztere sollen mehr Menschen, und diese billiger und schneller als bei der bisherigen Methode, angesiedelt werden. Das ist erst zu erweisen, was langjährige mühevolle Versuche erfordert. Werden diese gelingen, dann wird jeder Zionist für diese Art von Kolonisation sein. Für den ersten Versuch hat schon der Wiener Kongreß gestimmt, und daß er noch nicht ausgeführt wurde, liegt nicht nur an dem Mangel an Geld, sondern auch an dem geeigneter Siedler. Man nützt aber der Klärung von agronomischen Fragen nichts, wenn man diese von einem nichtfachlichen Parteistandpunkt aus behandelt und sie, wie Dr. Granowsky es einmal gerügt hat, zu Weltanschauungsfragen erhebt, ad. bm. -f The Restoration of Palestine's Hill Country. Von Col. E. R. S a w e r (Agricultnral Leaflets VIII/1, 23 Seiten). Der verdienstvolle und kenntnisreiche Direktor des landwirtschaftlichen Departements der Regierung hat einen Vortrag über die Aufforstung gehalten und diesen in Druck gelegt. Er geht von der Schätzung der kultivierbaren Flächen durch die Survey Commission aus und berechnet, daß, wenn aller geeigneter Boden der jüdischen Kolonisation erschlossen werden würde, bloß 20.000 Familien angesetzt werden könnten. Nachdem die Versuche mit künstlicher Düngung trockener Böden bisher noch keine guten Erfolge gezeitigt haben, so müßte versucht werden, das verfügbare Wasser besser auszunutzen und nicht das kostbare Regenwasser ins Meer ablaufen zu lassen. Hier nützte nur Aufforstung. Mr. Sawer zählt die Gesetze zum Schutze der Wälder auf, welche die Regierung erlassen hat. Es wurden bereits