Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- Die Julitagung der Mandatskommission [Nachricht]
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 92 (sequence 3)
- Language
- German
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Regime noch in seinen Anfängen stehe und daß man noch einige Zeit abwarten müsse, bis man ein Urteil darüber abgeben könne. In der Sitzung von Sonnabend, den 6. Iuli, gab der Vertreter der britischen Mandatarmacht der Kommission einige ergänzende Auskünfte über die Erweiterung der Jewish Agency und über ihre Beziehungen zu der palästinensischen Regierung; über die öffentlichen Finanzen und besonders über die Hilfsquellen der Stadtverwaltungen; über die wirtschaftliche Gleichberechtigung; über den Handel mit geistigen Getränken. Bezüglich der Munizipalitäten erinnerte der Oberkommissär daran, daß früher die Einnahmen der Munizipalitäten von städtischen Akzisen gespeist wurden, die aber dann abgelöst sind durch eine Auflage auf die Einfuhrzölle. Da dieses System nicht als befriedigend angesehen wurde, hat es die Regierung durch ein Subventionssystem ersetzt. Aber auch diese neue Methode hat die Munizipalitäten nicht befriedigt. Die Mandatarmacht sucht jetzt einen Weg, um die Wünsche der Munizipalitäten zu erfüllen. Zu der wirtschaftlichen Lage des Landes bemerkte der beglaubigte Vertreter der Mandatarmacht, daß, wenn auch eine Passivität der Handelsbilanz, das heißt ein Überschuß des Importes über den Export (Einfuhr 6,770.818 Pfund; Ausfuhr 1,487.207 Pfund) festzustellen ist, dieses Manko in hohem Maße dadurch kompensiert wird, daß die jüdischen Gemeinden des Auslandes Geld nach Palästina schicken und daß ein sehr entwickelter Touristenverkehr Gelder ins Land bringt. Über die Vermehrung der Einkünfte aus Zöllen befragt, erklärte der Oberkommissär, daß diese Vermehrung einerseits auf die Erhebung von Einfuhrzöllen, anderseits auf die Zunahme der kommerziellen Tätigkeit zurückzuführen ist. Auf Ersuchen der Kommission gab Sir John Chancelior auch einige Erklärungen betreffend die Tote-Meer-Konzession ab und sagte, es hätten sich von acht Jahren mehrere Konzessionäre um die Konzession bemüht, und daß diese nach Prüfung den Herren Tulloch und Nowomejski, die die meisten Garantien boten, schließlich gegeben wurde. In den vergangenen Jahren hat die Mandatarmacht die Einzelheiten des Projektes mit den Konzessionären geregelt. Die Kommission befaßte sich sodann mit der Verwaltung Transjordaniens, mit den Fragen der Einwanderung, des Einwohnerstatuts, der Steuern und des Unterrichtswesens. Die Finanzpolitik der Zionistischen Exekutive. Über dieses Thema hielt Harry Sacher am 2. Juni auf einer Pressekonferenz einen Vortrag. Die Exekutive, der er angehört, war die Konsolidierung der Finanzen aufgetragen worden, da eine Schuld von 116.368 £ vorlag, und außerdem eine noch viel höhere des KH, zusammen zirka 400.000 £. Am 30. September 1929 dürften die Schulden nur mehr 255.000 £ betragen und dies, trotzdem die Eingänge nicht die vom Kongreß veranschlagte Höhe hatten. Die Administrationskosten sind in zwei Jahren um 17.300 £ vermindert worden. Was die Zukunft betrifft, so wird der Betrag, der zur Konsolidierung der bestehenden Kolonien nötig ist, auf 275.000 £ geschätzt. Bei einem Budget der J. A. von 750.000 £ werden 188.000 £ für diese Konsolidierung vorhanden sein, 1930/31 wird man dann mit neuer Kolonisation beginnen können. Das Budget der Knesseth Israel. In der letzten Sitzung des Waad Leumi wurde beschlossen, daß die Eingänge so verwendet werden sollen, daß 1200 £ für das ordentliche Budget des Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat), von dem Rest 40% für den