Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- Die Julitagung der Mandatskommission [Nachricht]
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 91 (sequence 2)
- Language
- German
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gefallen, was diese Beziehungen gestört hätte. Seit dem Herbst 1928 haben jene arabischen Elemente Palästinas, die immer der Schaffung eines jüdischen Nationalheims feindlich gegenüberstanden und die zu wiederholten Malen kundgegeben haben, daß sie eine Zusammenarbeit mit der Mandatarmacht ablehnen, diesen ihren Standpunkt zum Teil verlassen. So hat der Oherkommissär mehrere Vertreter des Kongresses der palästinensischen Araber empfangen, die ihren Wunsch aussprachen, mit der Verwaltung zusammenzuarbeiten. Die arabischen Vertreter haben den Wunsch geäußert, daß die Mandatarmacht in Palästina ein parlamentarisches Regierungssystem einführt- Der Oberkommissär hat diesen Vertretern erklärt, daß verschiedene Gründe gegen die Verwirklichung ihres Wunsches sprechen, besonders Englands Verpflichtungen aus dem Völkerbundsvertrag und die Tatsache, daß Palästina die Wiege von drei verschiedenen Religionen ist. Nichtsdestoweniger hat der Oberkommissär erklärt, daß die britische Regierung die Frage prüfen werde, um die bestmögliche Lösung zu finden. Bezüglich der wirtschaftlichen Lage erklärte der Oberkommissär, daß sich die wirtschaftliche Depression, die in Palästina sehr schwer gewesen war, zu mildern scheint und daß nach seiner Meinung die kritische Periode vorüber sei. Gegenwärtig macht sich eine Besserung in Landwirtschaft und Industrie fühlbar. Seiner Ansicht nach wird der Bau des Hafens in Haifa der kommerziellen Entwicklung neuen Aufschwung geben, und er glaube, daß es — ohne daß man übertriebenen Optimismus an den Tag legt — erlaubt sei, auf eine bessere Zukunft zu hoffen. Das wirtschaftliche Gedeihen hänge von der Sicherheit ab, und er sei in der glücklichen Lage, versichern zu können, daß diese völlig feststehe. Auf das Jüdische Nationalheim zu sprechen kommend, erklärte der beglaubigte Vertreter der Mandatarmacht, daß die Entwicklung des Nationalheims von der jüdischen Einwanderung und Hilfe seitens der jüdischen Gemeinden des Auslandes abhängt. Er erinnerte daran, daß eine Zeitlang der Umfang der Auswanderung den der Einwanderung übertroffen hat, daß aber jetjt wieder das Gegenteil der Fall sei. Er erklärte weiter, daß die Hebräische Universtät in Jerusalem sich beträchtlich entwickle und ein geistiges jüdisches Zentrum von größter Bedeutung geworden ist. Zu der Frage der öffentlichen Gesundheit übergehend, wies der Oberkommissär auf die von der Mandatarmacht gemachten Anstrengungen hin, die Epidemien und besonders die Malaria zu bekämpfen; mehrere Regionen sind bereits von Malaria befreit worden. Der Oberkommissär wies auf die von der Mandatarmacht auf dem Gebiete des öffentlichen Unterrichts geleistete Arbeit. Es sei unmöglich, einen einheitlichen Typ bestehen zu lassen, da die Juden wie die christlichen Missionen gesonderte Schulsysteme haben wollen. Er wies darauf hin, wie schwierig es unter diesen Umständen sei, eine staatliche Kontrolle zu erhalten und er fügte hinzu, daß die Mandatarmacht einen Gesetzentwurf vorbereite, um die verschiedenen Ansichten zum Ausgleich zu bringen. Der Oberkommissär gab noch einige Details über die Lage in Transjordanien. Er erklärte, daß das Abkommen zwischen der britischen Regierung und dem Emir von Transjordanien noch nicht ratifiziert war, weil der in der neuen Verfassung vorgesehene Legislative Council erst kürzlich in Funktion trat, daß aber diese Ratifizierung nicht lange mehr auf sich warten lassen werde. Er fügte hinzu, daß die Sicherheit an den Grenzen Transjordaniens vielleicht noch ein wenig zu wünschen übrig ließe, daß aber die Sicherheit im Landesinnern eine vollkommene sei. Er beendigte sein Expose mit der Erklärung, daß das in Transjordanien eingeführte konstitutionelle