Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1929-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1929) · p. Seite 87

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1929)
Article
Die Julitagung der Mandatskommission [Nachricht]
Date
1929-07-01
Page
Seite 87 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2379786-2379874-2379880-2389739--09501-2389959
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

kräften hat sich die Regierung zu erneuerter Ausgabe von Zertifikaten für Arbeitereinwanderer entschlossen und zunächst 600 Zertifikate zugebilligt. Ferner hat die Regierung der Einwanderung von 160 zionistischen Flüchtlingen aus Rußland zugestimmt. Die Einschränkung der Einwanderung von Verwandten der Palästinaeinwohner wurde aufgehoben und andere Erleichterungen gewährt. Für die Einwanderung von bemittelten Personen genügt der Ausweis über einen Vermögensbesitz von 500 Pfund bei Angehörigen freier Berufe und von 250 Pfund bei Handwerkern. Was die Einwanderung von Personen ohne bestimmten Beruf, die sich Handel und Industrie widmen wollen, anbetrifft, so steht die zionistische Organisation auf dem Standpunkt, daß die Vorschrift über eine Vorweisung von 1000 Pfund hinderlich ist, indem sie viele erwünschte Einwanderer ausschließt; es soll vielmehr bei der 1925 festgesetzten Vermögensgrenze von 500 Pfund bleiben. III. Landwirtschaftliche Kolonisation. Im Jahre 1928 wurden durch Juden 83.139 Dunam Boden im Werte von 790.125 Pfund erworben. Der Jüdische Nationalfonds erwarb 7443 Dunam in der Ebene Esdraelon und im Tale Jezreel. Im Dezember 1928 erwarb dieser Fonds ein Gebiet von 22.000 Dunam im Gebiet der Haifabucht, wodurch sein Gesamtbodenbesitz auf 240.227 Dunam landwirtschaftlichen Bodens und 1567 Dunam städtischen Bodens erhöht wurde. Der Nationalfonds pflanzte im Jahre 1928 82.000 Waldbäume, davon 5000 im Balfourwalde. Insgesamt besitzt der Nationalfonds 3325 Dunam Forste, in denen 524.414 Bäume gepflanzt worden find. Dieser Fonds führte Trockeniegungs- und Urbarmachungsarbeiten im Kischontale sowie Wasserleitungen und Anlegung von Reservoirs in acht Siedlungen durch. Mit Hilfe zionistischer Fonds wurde die Kleinpächtersiedlung „Ramataim" geschaffen, im übrigen aber beschränkte sich im Jahre 1928 die Hauptbemühung der zionistischen Organisation auf die Konsolidierung der bisherigen Siedlungen, um diese auf eine selbsterhaltende Basis zu stellen. Die Internationale Zionistische Frauenorganisation, die ein Einkommen von 20.000 Pfund jährlich hat, hat in Afuleh eine Ausbildungsfarm für Mädchen gegründet. Die Errichtung einer zweiten Ausbildungsfarm für 120 Mädchen wird in Ness-Ziona vorbereitet. Die von der zionistischen Frauenorganisation in Nahalal unterhaltene landwirtschaftliche Schule erzieht gegenwärtig 65 Mädchen. In Tel-Aviv erhält diese Organisation eine Haushaltungsschule mit Tages- und Abendkursen. Die Palestine Jewish Colonisation Association (PICA) errichtet eine Neusiedlung „Pardess-anna" im Haifadistrikt. Von privaten Unternehmungen wurden zwei neue Siedlungen, „Nathania" und „Gan Chaim", in der Küstenebene gegründet. Die Gründung dieser Siedlungen illustriert das rapide Anwachsen der Produktion der Zitrusfrucht, die jetzt das stärkste Charakteristikum der landwirtschaftlichen Entwicklung Palästinas ist. In dem am 30. September 1928 geendeten Jahre wurden vom Keren Hajessod 167.000 Pfund für landwirtschaftliche Kolonisation aufgewendet. In dem gleichen Jahre verwendete der Jüdische Nationalfonds 156.000 Pfund für Bodenkauf und Amelioration. Große Summen wurden von der PICA und Gruppen von Privatpersonen in der Landwirtschaft investiert. Die jüdischen Siedlungen haben davon verschiedenen Finanzinstitutionen, so unter anderem von der Central Bank of Cooperative Institutions, die mit der Palestine Economic Corporation in New York und dem Londoner Eco-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.