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Palästina · 1929-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1929) · p. Seite 81

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1929)
Article
Geistiges Leben. Von Dr. Hugo Bergmann, Jerusalem.
Date
1929-07-01
Page
Seite 81 (sequence 3)
Language
German
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entsprechen soll und wahrscheinlich eine Vorstufe für die Eröffnung einer englischen Regierungsuniversität in Jerusalem darstellt. Geprüft wurden fünf Schüler, von denen aber nur ein Mädchen die Prüfung bestand. Der Bericht enthält auch eine Statistik der Buchproduktion Palästinas auf Grund der Pflichtexemplare, welche die Buchdrucker abzuliefern haben. (Siehe den Artikel.) Leider gibt der Bericht keine Ziffern über die Auflags zahl. Der Bericht erwähnt auch, daß sich das Erziehungsdepartement an der Zensurierung von Filmen beteiligt, sagt aber nichts Näheres über diese Tätigkeit aus. Von der Einführung von Lehrfilmen und von einer bewußten Filmpolitik des Erziehungsdepartements erfahren wir nichts. Arbeiterbewegung. Von Dr. Arje Tartakower, Lodz. 1. Die Vereinigung der Arbeiterparteien. Das zweifellos bedeutendste Ereignis in der Entwicklung der jüdischen Arbeiterbewegung in den letzten Monaten und vielleicht auch eines der bedeutendsten in der Geschichte dieser Bewegung bis zum heutigen Tage ist die Vereinigung der beiden führenden Arbeiterparteien im Lande, der „Achduth-Haavoda" und des „Hapoel Hazair". Das Vereinigungsabkommen, das aus einer ideologisch-programmatischen Plattform vom 18. Mai d. J. und aus einer Reihe von organisatorischen und Übergangsbestimmungen vom 23. desselben Monates besteht und ein Produkt langwieriger, fast zweijähriger Unterhandlungen darstellt, bedeutet allerdings vorläufig noch keine Zusammengießung der beiden Parteien. Es bedarf noch der Bestätigung durch ein Referendum innerhalb der Mitgliedschaft der Parteien, das in der allernächsten Zeit durchgeführt werden soll. Doch scheint es keinem Zweifel zu unterliegen, daß sich die überwiegende Mehrheit beider Parteien für die Bestätigung des Abkommens aussprechen wird, so daß die Periode des bekannten Zweiparteiensystems im Leben der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina bereits als abgeschlossen gelten kann. Die inneren und äußeren Umstände, die zur Vereinigung gedrängt haben, wie auch die mannigfachen Hindernisse auf diesem Wege sind bereits in dieser Zeitschrift ziemlich ausführlich besprochen worden (vgl. meinen Aufsatz: „Zur Frage der Vereinigung der palästinensischen Arbeiterparteien [Ichud]" in „Palästina", Jahrgang 1927, Nr. 12). Es mag nur darauf hingewiesen werden, daß gerade in der letzten Zeit noch zwei Momente hinzugekommen sind, die diesen Prozeß bedeutend beschleunigt haben. Das eine ist allerdings mehr negativer Natur. Es ist dies die Notwendigkeit des gemeinsamen ununterbrochenen Kampfes gegen die Politik der gegenwärtigen zionistischen Palästinaexekutive, die von der gesamten jüdischen Arbeiterschaft Palästinas als gegen ihre Interessen gerichtet betrachtet wird und eine dementsprechende Reaktion auf Schritt und Tritt hervorruft. Die Gegenoffensive der Arbeiterschaft hat in der letzten Zeit erneut und mit der ganzen Schärfe eingesetzt. Die Streichung des Postens zur Unterstützung der Eroberung der Arbeit in den Kolonien, das Veto der Zionistischen Exekutive gegen die geplanten Bodenkäufe durch den K. K. L. in den Kolonien, die zur Ansiedlung der Koloniearbeiter verwendet werden sollten, die Kürzung des Budgets für das Arbeiterbildungswesen, wie auch jenes des Arbeitsdepartements — all dies wird von der Arbeiterschaft als Beweis eines ausgesprochen arbeiterfeindlichen Kurses betrachtet und gewertet. Die Bekämpfung dieser Politik hat zweifellos einen engeren Zusammenschluß der Kräfte zur Folge gehabt und den Vereinigungsprozeß beschleunigt. Als ein weiteres positives treibendes Moment kam noch letztens die neu

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