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Palästina · 1929-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1929) · p. Seite 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1929)
Article
Jüdische und nichtjüdische Erziehung in Palästina im Jahre 1927/28
Date
1929-07-01
Page
Seite 46 (sequence 4)
Language
German
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bischen. Die Disziplin in den Regierungsschulen war zufriedenstellend, mit Ausnahme eines Schülerstreiks in Hebron als Protest gegen die Abhaltung der Missionskonferenz in Jerusalem (sie!). Die arabische Landwirtschaftliche Schule in Tulkaram, die aus den Geldern des Kadoorie-Fonds errichtet wird, soll 1930 eingeweiht werden, während die jüdische Abteilung erst nach Fertigstellung der Straße Afuleh—Mescha in Bau gegeben wird. Es ist zum mindesten fraglich, ob diese Regelung im Sinne des Verstorbenen erfolgt ist. Die pflichtmäßige Registrierung aller Schulen des Landes beim Departement ist erfolgt, mit Ausnahme der Anstalten, die dem lateinischen Patriarchat unterstehen, das allen Aufsichtsbestrebungen der Regierung aus politischen Gründen den stärksten Widerstand entgegensetzt. Hierauf ist wohl auch zurückzuführen, daß die Education Ordinance, die schon 1927 zur Diskussion gestellt wurde und die eine gewisse Kontrolle der Regierung über alle im Lande befindlichen Erziehungsinstitute vorsieht, noch keine Gesetzeskraft erhalten hat. Nicht allgemein bekannt dürfte es ferner sein, daß die Regierung schon seit Jahren nach Muster unseres Rosch-Haschanah Pilanoth einen „Tag der Bäume" in ihren Schulen durchführt, an dem 10.000 Setzlinge und mehr gepflanzt werden. Auch die sportliche Erziehung nimmt unter der Leitung eines besonderen Inspektors einen wachsenden Raum im Schulprogramm der Regierung ein. Verschiedene Pfadfinderorganisationen nach englischem Muster werden ebenfalls von dem Departement gefordert. Die Zahl der mohammedanischen Privatschulen, die im wesentlichen dem Supreme Moslem Council unterstehen, hat sich zwar im Berichtsjahre von 53 auf 73 vermehrt, die Anzahl der Lehrer und Schüler aber keine Steigerung erfahren. Eine größere Rolle spielen diese Anstalten nicht. Auf den rapiden Rückgang der christlichen Schulen, die ja zum größten Teile Missionsschulen sind, haben wir schon hingewiesen. Wie die folgende Tabelle aber lehrt, ist zwar die Zahl der christlichen Kinder, die in den Missionsschulen lernen, sehr stark gesunken (um 1461 — 11%, ohne daß die Gründe dafür ersichtlich waren), die Zahl der nichchristlichen Schüler, die ja für die Mission besonders wertvoll sind, hat aber wieder zugenommen, und zwar um 271 — 11%, darunter 85 Juden.. S ch ü 1 e r 1926/27 1927/28 Zu-, bzw. Abnahme Juden Mohammedaner Drusen u. a. 524 1.816 64 609 1.903 163 4- 85 -f 87 + 99 Nichtchristen Christen 2.404 13.378 2.675 11.917 + 271 — 1.461 Insgesamt 15.782 14.592 — 1.190 Von einem Nachlassen der Missionstätigkeit in Palästina kann also nicht die Rede sein, es ist im Gegenteil anzunehmen, daß die Missionen durch die im letzten Jahre stattgehabte Konferenz neue, starke Impulse empfangen haben. Interessant ist die Tatsache, daß die Zahl der jüdischen und mohammedanischen Missionsschülerinnen im Gegensatz zu der sonstigen Verteilung die der Schüler beiweitem; überwiegt. Dem liegt wohl die in Palästina weit verbreitete Anschauung zugrunde,, daß Mädchen „eigentlich" überhaupt nicht zu lernen brauchen, und daß es deshalb ziemlich gleichgültig sei, wie und wo sie Unterricht empfangen. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Verteilung der Knaben und Mädchen unter den Schülern, der verschiedenen Bekenntnisse:

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