Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- Jüdische und nichtjüdische Erziehung in Palästina im Jahre 1927/28
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 43 (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdische und nichtjüdische Erziehung in Palästina im Jahre 1927/28. Von Dr. Menasche ben Ephraim, Jerusalem*). Auch in diesem Jahre hat das Erziehungsdepartement der Palästinaregierung einen Tätigkeitsbericht veröffentlicht, der sich mit dem Schuljahr 1927/28 befaßt**). Der rein äußerlich sehr ansprechende Report ist, wie sein Vorgänger, mit überaus reichlichem statistischen Material ausgestattet, das gegenüber dem Vorjahre sogar noch bedeutend vermehrt wurde. Das Department hebt mit Recht hervor, daß das vergleichende Studium der Tabellen für die vergangenen und kommenden Jahre wichtige Schlüsse auf die Schulpolitik wird ziehen lassen, und daß sich im Laufe der Zeit Ergebnisse herauskristallisieren werden, denen die Schulverwaltung wird Rechnung tragen müssen. Es ist allerdings bedauerlich, daß der Bericht nur englisch erschienen ist und so den arabischen und jüdischen Eltern und Erziehern, also der Bevölkerung, um die Erziehung deren Kinder es sich ja schließlich handelt, zum größten Teile die Möglichkeit genommen ist, den Report im Original zu studieren. Budgetäre Gründe, die von der Regierung in Fällen, wo sie das System der im Mandat, vorgeschriebenen Dreisprachigkeit nicht einhält, stets angeführt werden, sollten gerade hier nicht maßgebend sein. Die folgenden Tabellen sollen erst einmal einen Überblick über die Entwicklung des palästinensischen Schulwesens im Jahre 1927/28 im Vergleich zum Vorjahre geben. Nach Volks- und Bekenntnisgruppen verteilt ergibt sich folgendes Bild: 1926/27 1927/28 Zu-, bzw. Abnahme Schülerzahl 9/ /o Schülerzahl 9/ /o Absolut: o/ /o Mohammedaner Christen Drusen u. a. 23.937 15.567 376 35*8 23*2 0*6 24.848 14.271 620 36 25 20-70 0*90 -f 911 — 1.296 4- 244 + 3-8 — 8*4 + 64*9 Nichtjuden Juden 39.880 27-040 59-6 40*4 39.739 28.844 57*85 42*15 — 141 + 1.804 — 0'3 + 6*6 Insgesamt 66 920 100 '0 68.583 lOO'OO + 1.663 + 2*5 Die Gesamtzahl der Schüler hat also im Berichtsjahre um 1663 =z 2.5% zugenommen, ein Prozentsatz, der ungefähr dem der jährlichen natürlichen Vermehrung entspricht. Bei näherer Untersuchung ergibt sich aber, daß diese Zunahme einzig und allein auf das jüdische Konto zu setzen ist (die Zahl der jüdischen Schüler ist um 1804 6.6% gestiegen, dazu noch in einem Jahre, das keinen Einwanderungsüberschuß hatte), während die Zahl der nichtjüdischen Schüler, trotz nicht unbeträchtlicher Zunahmen auf mohammedanischer und drusischer Seite, sich nicht nur nicht vergrößert, sondern sogar noch leicht abgenommen hat. Auf diese Weise gelang es den Juden, ihren Prozentualanteil an der Gesamtschülerschaft von 40.4% auf 42.1% her aufzuschrauben — bei einem Bevöikerungsanteil von 17.8% — auch dies ein Zeichen der stetig fortschreitenden inneren Konsolidation des Yischuws. Der mohammedanische Zuwachs ist verhältnismäßig unbedeutend, und noch immer warte/4 75.000 mohamme- *) Vergleiche den Artikel deselben Verfassers in Nr. 8/10 des vorigen Jahrganges. **) Department of Education, Annual Report for the Scholastic Year 1927—1928, Jerusalem 1929. Zu beziehen durch das Dept., P.O. B. 404, Jerusalem.