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Palästina · 1929-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1929) · p. Seite 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1929)
Article
Technische Probleme des Bauens in Palästina
Date
1929-07-01
Page
Seite 40 (sequence 4)
Language
German
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Zeit, wo die Außentemperatur herabsinkt, an seine Umgebung zurückstrahlt, das heißt, mit anderen Worten: den Wohnraum in den Nachtstunden heizt. Behaglichkeit und Annehmlichkeit des Wohnraumes leiden darunter. Der Aufenthalt in einem solchen Raum wird in den Abendstunden unerträglich und der Siedler zieht es vor, im Freien zu schlafen. So gesellt sich zu der rein konstruktiven Forderung ein noch ungelöstes thermo-physikalisches Problem. Die Aufgabe stellt sich dann so (speziell in Emek): ein starres erdbebensicheres Tragskelett zu konstruieren, welches gegen außen von Wänden ausgefüllt ist, deren Material standfest, wasserabweisend, hygienisch und thermisch widerstandsfähig ist und dessen Gestehungskosten eine allgemeine Anwendung gestatten. 4. WOHNRAUMHÖHE. In Erez Israel ist im Durchschnitt eine Zimmerhöhe von 3*80 bis 5 m üblich. Es ist eine anfechtbare und nicht bewiesene Auffassung, daß eine abnormale Höhe (das heißt größer, als sie die Raumproportionen fordern) eine Abkühlung des Raumes gewährt. Um dies zu beweisen, müßten Temperaturvergleichsmessungen in gleichsituierten und gleichartigen Räumen von gleicher Grundrißfläche mit verschiedenen Raumhöhen angestellt werden. Raumabkühlung kann geschaffen werden durch eine wirksame Durchlüftung, das heißt richtige Stellung der Wohnräume zur Windrichtung, entsprechende Anordnung der Wandöffnungen und durch eine wirksame thermische Isolation. Die den Grundrißdimensionen nicht entsprechende Konstruktionshöhe ist der Raumwirkung abträglich und der terminus technicus „Schornsteinräume" ist eine richtige Charakterisierung für diese Wohnräume, deren Kleinflächen die Rentabilität diktiert und deren Höhe Laientum überdimensioniert. Die Anwendung dieser abnormalen Höhe hat ihren Ursprung in der alten landesüblichen Bauweise mit großen Räumen und Hallen, die der Baumeister aus richtig empfundenem Raumgefühl mit einer der Raumgröße proportionierten Höhe entwarf. Im Rahmen dieser Betrachtung interessiert die Bauhöhe auch als eine Funktion der Baukosten. Natürlicherweise erhöht sie die Baukosten, und zwar in einem beträchtlichen Prozentsatz, wie aus folgendem Beispiel entwickelt werden soll: Vorausgesetzt ein Einfamilienhaus, zwei Zimmer mit Küche, Bad, W. C, Korridor oder Terrasse, mit einer Gesamtfläche von 67*4 m2, Tragwände einen Ziegel, Scheidewände einen halben Ziegel stark. Eine Erhöhung der Zimmerhöhe um nur eine Ziegelschar, also 7 cm zirka, fordert für den Rohbau bloß an Mehrkosten £ 1,11.0, eine Erhöhung um 1U m fordert an Mehrkosten £10,17.0. 5. BAUKOSTEN. Diese Frage erfreut sich großen Interesses; deswegen erheischt sie ganz besondere Vorsicht und gründliche Behandlung. Allgemeine Angaben pro Einheit der bebauten Fläche oder des umbauten Raumes sind irreführend, weil diese Zahlen in sich kein Kriterium für die Qualität des Baues enthalten. Solche Angaben haben höchstens einen Vergleichswert, dies aber auch nur in bestimmten Grenzen; denn selbst bei ganz gleicher qualitativer Bauausführung ist der Einheitspreis verkehrt proportional der bebauten Fläche. Er ist für ein kleines Einfamilienhaus größer als für eine Zinskaserne. Ein Vergleich mit den Baukosten in anderen Ländern läßt sich nur relativ anstellen. Die Bauausführung bis zum vollendeten Rohbau steht in ihrer Qualität dem heutigen Standard Mitteleuropas im wesentlichen nicht nach. Der innere Ausbau steht noch auf einer niedrigen Stufe, infolge der herrschenden Geldknappheit.

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