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Palästina · 1929-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1929) · p. Seite 31

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1929)
Article
Mittelstands-Darlehenspolitik in Erez Israel
Date
1929-07-01
Page
Seite 31 (sequence 2)
Language
German
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schaffenen „Waad Hasiua", der eine Art Unterstützungskasse darstellte. Seit ihrer, unter Mitwirkung eines der Palestine Economic Corporation nahestehenden Kreises, von E. N. Mohl durchgeführten Reorganisation im Jahre 1924 ist die Bank ein geschäftsmäßig geleitetes gemeinnütziges Unternehmen, das sich unter Ausschluß aller anderen Geschäfte lediglich als Darlehens- und Sparkasse betätigt und insbesondere für den palästinensischen Mittelstand von weittragender Bedeutung ist. Sie repräsentiert das weitaus größte Unternehmen dieser Art im Lande. Im Jahre 1927/28 gab die Bank Halvaoth in ihrer Zentrale in Jerusalem und ihren vier Filialen in Tel-Aviv, Haifa, Tiberias und Safed 7777 Anleihen im Gesamtbetrage von £ 119.140 aus. 78.045 Einzelrückzahlungen im Betrage von insgesamt £ 119.115 wurden gemacht. Am Schlüsse des Jahres betrug die Anzahl ihrer Kunden 8838, das heißt: sie stand in direkter Fühlung mit über einem Drittel der jüdischen Stadtbevölkerung in Erez Israel. Die Einzelanleihen differieren von £ 5*— bis £ 50.—. Der Durchschnittssatz ist £ 15*3. Sie werden unter der Bürgschaft von zwei Garanten gegeben und in Monatsraten innerhalb eines Jahres abgezahlt. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß im letzten Jahre die Bürgen in nur 4% der Fälle und mit nur 2'3% der überfälligen Außenstände zur Zahlung herangezogen werden mußten. Die Sparabteilung der Bank steht mit 2357 Konten im Betrage von £ 4632*— noch am Anfange ihrer Entwicklung. Im nachfolgenden werden auf Grund der Erfahrungen der Filiale der Bank in Tel-Aviv einige Probleme gezeigt, die mit dem besonderen Charakter des jüdischen Einwandererelements zu tun haben. Die Filiale Tel-Aviv steht an zweiter Stelle hinter der Zentrale in Jerusalem. Sie gab im Jahre 1927/28 Anleihen im Betrage von £ 34.358 aus und hatte 22.697 Einzelrückzahlungen im Betrage von £ 33.307. Am Schlüsse des Jahres betrug die Zahl ihrer Kunden 2858. Wirtschaftlicher Charakter von Tel-Aviv. Tel-Aviv ist eine Einwanderungsstadt. Ihr sozialer Charakter Wird von den osteuropäischen Einwanderern bestimmt, die den weitaus größeren Teil ihrer Bevölkerung stellen. Der jüdische Einwanderer findet in Erez Israel und in Tel-Aviv weder kommerzielle Formen noch ökonomische Möglichkeiten, denen er sich anzupassen hat. Erez Israel hat bisher keine aufgeschlossenen Bodenschätze, keine besonderen industriellen Möglichkeiten. Der Orangenbau, der dieses Bild einmal ändern kann, steht erst im Anfange seiner Entwicklung. So ist Erez Israel ein Land, in dem der städtische Einwanderer nicht umzulernen braucht, weil keine Notwendigkeit, ja nicht einmal eine Möglichkeit dazu vorhanden ist. Die Chance, die ihm das Land bietet, besteht eben darin, daß er dort das aus seiner alten Heimat gewohnte Leben fortsetzen kann, ja muß. Demgemäß hängt die wirtschaftliche Entwicklung des Landes vom Einwanderer ab und nicht umgekehrt. Das ist die entscheidende Tatsache, die dazu zwingt, bei der Betrachtung der gegenwärtigen ökonomischen Möglichkeiten Erez Israels in allem und jedem vom Einwanderer und seinen Qualitäten auszugehen. Der osteuropäische Einwanderer nach Erez Israel ist aber gerade für diesen Zustand sehr wenig geeignet. Er ist gewohnt und geschult, seine Existenz auf einem lebendig wirkenden Wirtschaftskörper aufzubauen, nicht aber eine neue Wirtschaft zu schaffen. Dazu kommt, daß diese Schulung eine sehr einseitige Tendenz und einen sehr beschränkten Umfang hat. Polen, woher er meistens stammt, aber auch Rumänien und Litauen sind mit Juden übersetzt. Aus vielerlei Gründen, die zu

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