Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- Die Pflanzungswirtschaft Palästinas
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 19 (sequence 2)
- Language
- German
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Bodens in Palästina — etwa drei Viertel1) — nur für Getreidewirtschaft geeignet ist, und daß nur ein Viertel des Bodens für die Anlage von Pflanzungen subtropischer Früchte in Betracht kommt, so daß in bezug auf den Umfang der Bodenfläche, auf der diese, bezw. die andere "Wirtschaft wird angelegt werden können, immer die Getreidewirtschaft den ersten Platz einnehmen wird. Trotz des hohen Wertes der Produktion der Plantagenwirtschaft, nimmt aber auch in bezug auf den Wert der Produktion die Getreidewirtschaft den ersten Platz ein, wenigstens bei der gegenwärtigen Entwicklung der palästinensischen Landwirtschaft. Im gegenwärtigen Augenblick übersteigt in bezug auf den Wert der Produktion die Getreidewirtschaft die Plantagen Wirtschaft. Nach der Einschätzung des Wertes der Produktion der Getreidewirtschaft Palästinas, die von Herrn Dr. S. E. Soskin2) vorgenommen wurde (die Daten des Herrn Soskin beziehen sich auf die Ernte des Jahres 1925) — haben die Produkte der Getreidewirtschaft einen Wert von £ 2,775.000 dargestellt, während der Erlrag der Pflanzungswirtschaften folgende Beträge ergab: das heißt etwas mehr als ein Drittel des Ertrages der Getreidewirtschaft Palästinas. In ökonomisch-landwirtschaftlicher Hinsicht nimmt also die Getreidewirtschaft, wie wir sehen, die vorherrschende Stelle ein. Selbstverständlich wird die weitere Entwicklung der Plantagenwirtschaft, die einen so großen Umfang in den letzten Jahren angenommen hat, in einem gewissen Maße dieses Wertverhältnis der Produktionen zugunsten der Plantagenwirtschaft ändern. Diese Änderung wird sich schon in den nächsten Jahren bemerkbar machen, wenn die Produktion der in den letzten Jahren angelegten neuen Orangenpflanzungen auf den Markt tritt, und sie wird sich mit der fortschreitenden Entwicklung der Pflanzungen im Lande noch mehr bemerkbar machen. Wenn nun aber in der landwirtschaftlichen Ökonomie des Landes die Getreidewirtschaft die vorherrschende Stelle einnimmt, so ändert sich das Bild vollständig, wenn wir die verhältnismäßige Rolle der beiden landwirtschaftlichen Zweige in der allgemeinen Ökonomie des Landes betrachten. Die Getreideproduktion des Landes wird fast gänzlich im Innern des Landes verbraucht, ja, sie befriedigt noch nicht ganz diesen Verbrauch. Bekanntlich müssen für den eigenen Gebrauch des Landes große Quantitäten von landwirtschaftlichen Produkten eingeführt werden. In den letzten Jahren wurden im Durchschnitt pro Jahr landwirtschaftliche Produkte im Betrage von £ 1,800.000 eingeführt. Anders verhält es sich aber mit der Produktion der Plantagenwirtschaft des Landes. Die Plantagenwirtschäft befriedigt nicht nur fast den inneren Verbrauch des Landes an subtropischen Früchten, sie ist auch imstande, einen großen Teil ihrer Produktion an den äußeren Markt abzugeben, und nach außen erscheint das *) Prof. 0. Warburg, „Palestine as a fruit producing country" — Palestine and Near East, Nr. 10, 1928. 2) „Palestine and Near East", Nr. 11 bis 12, 1926. Früchte ......... Wein, Weintrauben und Rosinen . Oliven.......... £ 715.000 90.000 215.000 insgesamt also £ 1,020.000