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Palästina · 1929-06-01 · Heft 6 (Juni 1929) · p. Seite 36

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 6 (Juni 1929)
Article
Politik. Von Dr. Ernst Simon, Jerusalem.
Date
1929-06-01
Page
Seite 36 (sequence 6)
Language
German
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in den Einigungsverhandlungen zwischen den beiden palästinensischen Arbeiterparteien Hapoel Hazair und Achduth Haawoda sehr stark betont worden ist. Die Einigung ist in den letzten Tagen so gut wie abgeschlossen worden; zwar steht noch die formale Billigung durch eine Befragung der Mitglieder beider Organisationen aus, aber da die führenden Instanzen sich bereits auf ein gemeinsames Programm, auf gemeinsame organisatorische und publizistische Formen sowie auf gemeinsame Übergangsmaßnahmen, insbesondere für die in der Diaspora zunächst, für höchstens ein Jahr, noch getrennt bleibenden Weltorganisationen festgelegt haben, dürfte die Fusion als endgültig anzusehen sein. Bei ihrer Beurteilung mag negativ ins Gewicht fallen, daß die große idealistische Tradition des „Hapoel Hazair", der numerisch der schwächere Partner ist, gegenüber der kompakter klassenkämpferischen Achduth Haawodah in den Hintergrund gedrängt werden dürfte. Das gemeinsame Programm bewahrt recht wenig vom ursprünglichen Ideengut des „Hapoel Hazair"; es sei denn das Fehlen einer ausdrücklichen Betonung des Klassenkampfcharakters. Demgegenüber muß aber positiv bewertet werden, daß die Verhandlungen nicht vom Geiste der Majorisierung, sondern von dem gleichberechtigter Bundesgenossenschaft getragen wurden, wie denn auch in sämtlichen Ausschüssen beide Gruppen gleichmäßig vertreten sind sowie, daß neben denjenigen Argumenten, die sich, mit Recht, von der Vereinigung eine Stärkung der bedrohten Arbeiterfront gegenüber dem sich organisierenden zionistischen Bürgertum erhoffen, sehr stark auch die zionistische Gesamtverantwortung, gerade in dieser letzten Stunde vor Kongreß und Jewish Agency, zum Ausdruck kam. Der Wille, der ganzen Bewegung einen neuen aktiven Impuls zu gehen, durch die Zusammenfassung nicht nur selbst stärker zu werden, sondern das große Ganze, zu dem man sich gerade bei dieser Gelegenheit in all seinen Formen von der Zionistischen Organisation über die nationalen Fonds bis zur Knesseth Jisrael wieder freudig bekannte, gerade dadurch zu stärken, daß man selbst stärker wird — dies ist das positive, das zionistische Erlebnis der Vereinigung. Möge sie auch allmählich noch jene dritte Front in sich einbeziehen, die neben der nationalen und sozialen in den Dreiklang eines vollen Judentums gehört! Darf es als ein Auftakt zu solcher Hoffnung gelten, daß vor kurzem die sozialistische Arbeitersiedlung Borochow bei Tel-Aviv, zu der statutengemäß nur Mitglieder der „Allgemeinen Arbeiterorganisation" gehören dürfen, den Grundstein gelegt hat zu einer — Synagoge? JEWISH AGENCY. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin. Die Erweiterung der Jewish Agency steht nun unmittelbar vor ihrer Durchführung. Die Zionistische Exekutive hat, nachdem die Verhandlungen mit den eizelnen beteiligten Gruppen erfolgreich fortgeschritten waren, das Aktionskomitee einberufen, um sich von ihm die Ermächtigung geben zu lassen, alle Vorbereitungen für die konstituierende Versammlung der erweiterten Agency zu treffen, damit diese noch im August d. J. zusammentreten kann. Da nach der zionistischen Konstitution die letzte formelle Verabschiedung des Entwurfes erst durch den Zionistenkongreß erfolgen kann, so ergibt sich eine gewisse Anomalie, da die Exekutive auf Grund von Wahrscheinlichkeit handeln muß. Diese Wahrscheinlichkeit steigert sich aber beinahe zur Gewißheit, wenn alle zionistischen Führer, die im Aktionskomitee sitzen, ihre Zustimmung erteilen. Es müßte dann mit außerordentlichen Wundern zugehen, wenn der Kongreß einen solchen Beschluß nicht ratifizieren sollte.

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