Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1929)
- Article
- Das Pressewesen in Palästina
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 29 (sequence 3)
- Language
- German
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tungen, die binnen Tagesfrist in Palästina erhältlich sind und das Aufkommen einer palästinensisch-arabischen Tageszeitung natürlich erschweren. (Nebenbei sei bemerkt, daß die letztgenannten Zeitungen, die Korrespondenten in den wichtisgten Hauptstädten der Welt unterhalten, wirklich auf europäischem Niveau stehen). Ferner macht sich bei den Arabern die Trennung von Mohammedanern und Christen der verschiedensten Sekten und die Parteizerklüftungen innerhalb der verschiedenen Religionsgruppen natürlich auch im Pressewesen bemerkbar. Die arabische Presse verteilt sich wie folgt: Tagesblätter.......... — Dreimal wöchentlich ....... 2 Zweimal wöchentlich....... 3 Wochenschriften ........ 8 Halbmonatsschriften....... 2 Monatsschriften......... 5 Vierteljahrsschriften....... 2 Summe....... 22 Nach Religionsgruppen geordnet, ergibt sich folgendes Bild: Mohammedanisch........ 6 Christlich: Griechisch-orthodox .... 7 Römisch-katholisch .... 4 Protestantisch......2 13 Allgemein........... 3 Summe....... 22 Hierbei ist die überwiegende Stellung der christlichen Presse gegenüber der mohammedanischen auffällig, obwohl die Christen nur ein Achtel der mohammedanischen Bevölkerung ausmachen. Dabei tritt eben das viel höhere Bildungsniveau der Christen sowie das Vorhandensein der verschiedenen Missionen und Patriarchate deutlich zutage. Abgesehen von dem Fehlen von Tageszeitungen, die durch dreimal, respektive zweimal wöchentlich erscheinende Publikationen ersetzt werden, bildet das Nichtvorhandensein von Fachzeitschriften auf arabischer Seite den wesentlichsten Unterschied zum hebräischen Pressewesen. Erst in letzter Zeit hat man mit der Herausgabe von zwei Vierteljahrsschriften für Handel und Industrie („An Nashrah AI Tujarieh", Haifa und Jaffa) und dem mohammedanischen Monatsblatt für Rechtspflege „AI Huquq" (Gaza) auch damit begonnen. Die übrigen Blätter, mit Ausnahme natürlich der arabischen Ausgabe der „Gfficial Gazette", sind mehr oder weniger politischer oder religiöser Natur. Gemeinsam ist fast allen der Kampf gegen die zwei Fronten der englischen Herrschaft und des Zionismus, der je nach der Parteieinstellung (Radikale oder Gemäßigte) mit minderer oder größerer Schärfe geführt wird. „Meraat AI Shark" (Spiegel des Orients, Jerusalem, wöchentlich, protestantisch) zeichnet sich z. B. durch große „Zivilcourage" gegenüber der Regierung aus, während „AI Carmel" (Der Karmel, Haifa, zweimal wöchentlich, griechischorthodox) in Wirtschaftsfragen gut versiert erscheint. „An Nafir" (Die Posaune, Haifa, wöchentlich, griechisch-orthodox) und „AI Zouhour" (Blumen, Haifa, wöchentlich, katholisch) vertreten den Typus des christlich-arabischen Familienblattes, während „AI Sarat AI Mustakim" (Der richtige Weg, Jaffa, wöchentlich, mohammedanisch) im wesentlichen das Organ des mohammedanischen Oberrates ist. „Sowt Asshaab" (Die Stimme des Volkes, Bethlehem, dreimal wöchentlich) und „Filistin" (Palästina,