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Palästina · 1929-06-01 · Heft 6 (Juni 1929) · p. Seite 28

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 6 (Juni 1929)
Article
Das Pressewesen in Palästina
Date
1929-06-01
Page
Seite 28 (sequence 2)
Language
German
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Tagesblätter .......... 3 Wochenschriften......... 6 Halbmonatsschriften....... 5 Monatsschriften......... 11 Zweimonatsschriften....... 1 Viertel jahrsschriften........ 3 Summe....... 29 Unter den 61 überhaupt in Palästina erscheinenden periodischen Veröffentlichungen stehen also die hebräischen mit 29 Blättern, 48%, an erster Stelle. Gewiß eine nicht zu unterschätzende Leistung. Auf der anderen Seite zeigt das sporadische Auftauchen und Eingehen von Zeitungen, daß auch hier oft des Guten zuviel getan wird. Ebenso wie auf dem Gebiete des Erziehungswesens macht sich in der Presse die unselige Zerklüftung des Jischuw in kleine und kleinste Parteigruppen und -Schattierungen bemerkbar, deren jede sich verpflichtet fühlt, ihr eigenes Ausdrucksorgan zu schaffen. Viel Energie und Geld wird so auf Blätter verwandt, die, obwohl oft von hohem Niveau, aus Mangel an Lesern ihr Erscheinen früher oder später einstellen müssen. Auch hier täte eine gewisse Konzentration auf das Wesentliche not. Zweifellos steht die hebräische Presse Palästinas auf hohem Niveau. Daß es sich mit jeder europäischen Presse, die in reichhaltigerer Sprache geschrieben ist, messen kann, wie Ben Ischai schreibt, möchte ich allerdings nur mit großen Einschränkungen zugeben. Unser Vergleichsmaßstab kann nämlich nicht Europa mit seinem jahrundertealten entwickelten Zeitungswesen sein, sondern etwa der Westen Amerikas vor 80 Jahren oder die deutschen Kolonien vor dem Kriege. Daß wir da ganz überlegen abschneiden, bedarf keiner Worte. Man darf sogar ruhig sagen, daß unsere Fachpresse, z. B. das prächtige Fachblatt der Tischler „Hanagar" oder „Hadar" (The Palestine Citograph), durchaus europäisches Niveau haben, man kann das aber nicht immer von den Tageszeitungen behaupten, die in bezug auf Reichhaltigkeit des Tatsachenmaterials und seiner Verarbeitung und, was schwerer wiegt, im „Ton" doch oft nur allzusehr „Provinz", meinetwegen europäische Provinz sind. Den Vergleich mit der Presse einer kleinen Großstadt von 160.000 Einwohnern — und s o müssen wir denken — halten unsere drei Tagesblätter aber wohl aus. Nun zur arabischen Presse. Ben Ischai schreibt darüber: „Während es bloß sechs bis sieben arabische Zeitungen (meist wöchentliche und kleineren Formats) gibt, deren Wert sehr gering ist, umfaßt die zahlreiche jüdische Presse alle Gebiete des Lebens und der Wissenschaft..." Abgesehen davon, daß es nicht sechs „bis" sieben arabische Zeitunten gibt, sondern genau 22 oder 36% der gesamten palästinensischen Presse, so ist es auch mißlich, von deren „geringem Wert" zu sprechen. Für die Araber ist ein Großteil der hebräischen Zeitungen wahrscheinlich auch „wertlos"". Überhaupt sollte man sich davor hüten, die „Ware" des Konkurrenten schlecht zu machen, um die Güte der eigenen dadurch um so mehr herauszustreichen. Das machen schlechte Kaufleute und schlechte Politiker. Die Größe unserer eigenen Leistung tritt auch ohne Herabsetzung des Gegners deutlich genug hervor. Die zweifellos bestehende Unentwickeltheit der arabischen Presse im Vergleich mit der hebräischen resultiert erstens einmal aus dem Umstand, daß ein Großteil der palästinensischen Araber (vor allem der Mohammedaner) Analphabeten sind. Der Kreis der Arabischlesenden wird wohl nicht viel größer als der der Hebräischlesenden sein. Dazu kommt noch das Vorhandensein großer arabischer Tagesblätter in den Nachbarländern (ich nenne nur „AI Mokattam" und „AI Siassa", beide in Kairo, und „Alif Ba" (Damaskus), Zei

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