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Palästina · 1929-06-01 · Heft 6 (Juni 1929) · p. Seite 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 6 (Juni 1929)
Article
Palästina-Regierung und jüdische Arbeit
Date
1929-06-01
Page
Seite 27 (sequence 8)
Language
German
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kommission, daß u. a. die Schlußfolgerung wenigstens eines ihrer Mitglieder enthält, daß ein zwangmäßiger Minimallohn festzusetzen sei, bei dem nicht nur die Rentabilität, sondern auch einerseits die Minimalbedürfnisse des Arbeiters in Rechnung zu ziehen seien, anderseits bedacht werden müsse, daß alle Landesbewohner von den Regierungsarbeiten zu profitieren hätten, die ja auf Kosten aller Einwohner durchgeführt werden. — Über sechs Monate sind verstrichen und noch hat die Regierung in London keine Meinungsäußerung zu dieser zentralen Frage abgegeben. Selbstverständlich ist mit einer prinzipiellen Kundgebung die Angelegenheit nicht erledigt. Unsere Stellungnahme muß klar und eindeutig formuliert und auf praktische Durchführung abgestimmt sein. Ich möchte meinen Standpunkt in folgenden drei praktischen Vorschlägen zusammenfassen: 1. Die Regierung soll zu Anfang des Budgetjahres jedes ihrer Departements anweisen, welche Summen es zwecks Einstellung jüdischer Arbeiter zu verausgaben hat. Die Festsetzung des Prozentsatzes der jüdischen Arbeiter soll entsprechend der Mitgliederzahl der jüdischen Arbeiterschaft und der Beteiligung des jüdischen Jischuw an den Einnahmen der Regierung erfolgen. 2. Die in Frage kommenden Arbeiten werden direkt oder mittelbar übergeben werden. Der betreffende Unternehmer wird verpflichtet, jüdische Arbeiter zu angemessenen Arbeitsbedingungen zu beschäftigen. 3. Kein Offert eines Unternehmers darf das normale Budget umstoßen, das von vornherein für die betreffende Arbeit ausgeworfen wurde und auf angemessenen Arbeitslöhnen basiert. Ich bin sicher, daß diese Vorschläge die aufgeworfenen Fragen zu einer befriedigenden Lösung bringen könnten, ohne die Arbeiten in unerwünschtem Maße zu verteuern. Sie erstreben nicht mehr, als eine gerechte Verteilung der Regierungsarbeiten unter die verschiedenen Bevölkerungselemente des Landes. Das Pressewesen in Palästina. Von Dr. Menasche Ben Ephraim, Jerusalem. Der Artikel A. Z. Ben Ischais „Die hebräische Presse in Palästina" (siehe Nr. 2/3 dieser Zeitschrift) bedarf einiger Ergänzungen und Richtigstellungen, die ich im nachfolgenden geben will. So instruktiv auch Ben Ischais Ausführungen sind, so leiden sie doch an einer gewissen Einseitigkeit und Überschätzung der eigenen Leistung, Erscheinungen, die vielleicht durch den nun einmal notwendigen „Aufbauoptimismus" psychologisch zwangsläufig bedingt sind, die aber doch da, wo es sich um exakte Berichterstattung handelt, nach Möglichkeit unterdrückt werden sollten. Auch ohne Übertreibung des eigenen Verdienstes und ohne Schmälerung dessen, was andere Elemente im Lande schaffen, tritt die Größe der jüdischen Leistung klar hervor. So ist erst einmal zu bemerken, daß zahlreiche der von Ben Ischai aufgeführten Zeitschriften schon längst eingegangen sind. Unter anderen haben „Hazafon", „Hajischuw", „Hachinuch", „Olam Hajeladim", „Athid Hamisrach", „Hamelachah", „Haschiloach", „Maäbaroth" und „Haadamah" ihr Erscheinen eingestellt, andere Blätter stehen auch kaum noch „auf dem Papier". Von den rund 50 namentlich angegebenen Publikationen existieren im eigentlichen Sinne nur noch 29, die sich wie folgt verteilen:

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