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Palästina · 1929-06-01 · Heft 6 (Juni 1929) · p. Seite 21

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 6 (Juni 1929)
Article
Palästina-Regierung und jüdische Arbeit
Date
1929-06-01
Page
Seite 21 (sequence 2)
Language
German
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zahl entspricht. Eine Statistik der Zionistischen Exekutive ergah, daß der jüdische Jischuw unter Anrechnung der Eisenbahn-, Post- und Telegraphiegelder der Regierungskasse nicht weniger als die Hälfte ihrer Einnahmen zuführt. Aus diesen Erwägungen heraus erhellt die Berechtigung der Forderung, daß der jüdische Jischuw gleich den übrigen Teilen der Landesbevölkerung im entsprechenden Ausmaß bei der Verteilung der Arbeiten berücksichtigt werde, die die Regierung selbst ausführt oder deren Durchführung durch Unternehmer unter ihrer Kontrolle erfolgt. Prüft man die Position der jüdischen Arbeiterschaft in Erez Israel, so ergibt sich, daß nicht weniger als ein Drittel der gesamten jüdischen Bevölkerung der Arbeiterkategorie angehört, seien es unausgebildete oder Facharbeiter, die von ihrer Arbeit leben, ohne die Arbeit anderer auszubeuten. Beläuft sich, gemäß einer Schätzung der Regierung, die Seelenzahl des jüdischen Jischuw auf 160.000, so nehmen die Arbeiter samt ihren Familien einen Platz von 33.000 bis 34.000 Seelen ein. Eine andere Aufstellung, die die Arbeiterorganisation vor zwei Jahren anfertigte, ergab eine Gesamtzahl von 32.000 Arbeitern ohne deren Kinder. Zählt man die zirka 3000 Kinder hinzu, so erhalten wir eine Zahl von 40.000 Seelen. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß in der Schätzimg mindestens 20% nicht mitinbegriffen sind. Rechnen wir diese noch hinzu, so erhalten wir den oben erwähnten Prozentsatz von ungefähr einem Drittel der jüdischen Gesamtbevölkerung. Von diesen befinden sich zirka 10.000 in der Landwirtschaft und mehr als 40.000 in den Städten, in denen die jüdische Einwohnerschaft insgesamt fast 128.000 Seelen zählt. Besteht nun ein großer Teil der landwirtschaftlichen Arbeiter aus Genossen in Siedlungen oder aus Koloniebewohnern, denen noch Nebeneinkünfte zur Verfügung stehen, wie Wirtschaftsprodukte, Außenarbeit usw., so sieht die Lage der Stadtarbeiter erheblich ungünstiger aus. Sie sind tatsächlich wahre Proletarier — sie können auf keine andere Verdienstmöglichkeit rechnen als ihre Lohnarbeit. Die Angaben der Regierung liefern uns keinerlei Anhaltspunkte bezüglich der berufsmäßigen Zusammensetzung der Landesbevölkerung. Was den beruflichen Aufbau des jüdischen Jischuw betrifft, sind wir allerdings im Besitz einigen Materials, das der Jischuw selbst auf eigene Kosten zusammengestellt hat. Die soziale Zusammensetzung der arabischen Bevölkerung dagegen liegt noch völlig im Dunkeln. Demzufolge kann man auch die Zahl der arabischen Arbeiter nicht mit Genauigkeit angeben, insbesondere nicht die Zahl der arabischen Stadtarbeiter, die inmitten der arabischen Einwohnerschaft leben. Es ist von der Regierung zu verlangen, daß sie diesem Mangel abhelfe und ihrer nächsten Schätzung, die nach der Regel „Einmal in zehn Jahren" — in vier Jahren stattfinden muß, eine Berufsrubrik einfüge. Der Vollständigkeit halber möchte ich folgende Formulierung geben: Die Zahl der städtischen Araber beträgt zurzeit 220.000 Seelen. Etwa die Hälfte oder mehr von ihnen gehört landwirtschaftlichen Berufen an. Sie haben sich zwar innerhalb der Stadtgrenze begeben — ihr Leben basiert aber völlig auf der landwirtschaftlichen Umgebung der Stadt. Nicht nur die Einwohner von Hebron, Aza, Schchem, Ain Ganim, Akko, Beth Schan, Tiberias, Safed usw. sind größtenteils Landarbeiter, sondern auch ein großer Teil der arabischen Einwohner Jerusalems, Jaffas und Haifas. Was den übrigen Teil der arabischen Stadtbevölkerung anlangt, so umfaßt dieser außer Arbeitern auch einen beträchtlichen Prozentsatz von vermögenden Eigentümern. Kauf? leuten, Beamten und Handwerkern. Ich bin daher der Meinung, daß die Gesamtzahl der arabischen Arbeiter nicht die Gesamtzahl der jüdischen Arbeiter in den Städten übersteigt. Wenn wir überdies nach dem Straßenbild und nach der politischen Situation der Stadtwahlen urteilen, werden wir diese Anschauung bestätigt finden. Be-

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