Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1929)
- Article
- Bilanz einer Kwuzah
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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schaftszweige waren nicht zahlreich und die Bearbeitung des Bodens sehr extensiv. Dies machte jede andere Organisationsform unmöglich. Der weitere Rahmen wurde erst im Jahre 1919 geschaffen, als ein breites Programm ausgearbeitet und auf eine bestimmte Menschenanzahl Rücksicht genommen wurde, die ständig am Platze bleibt und in den verschiedenen Arbeitsperioden nicht wechselt. Damals wurde auch die Grundlage gelegt für die Buntheit des Betriebes. Es vermehrte sich die Zahl der Familien, es kamen Kinder hinzu, diese zogen Fragen der Pflege und der Erziehung nach sich, es vermehrten sich die Arbeitszweige und diese hatten eine angestrengte Arbeit zur Folge zwecks Entwicklung eines Lebens auf eigene Verantwortung und basiert auf Rentabilität. Die Lebensform und die Arbeit in der Kwuzah entwickelten sich parallel, wuchsen zu einer Einheit zusammen, so daß eine getrennte Behandlung der beiden unmöglich erscheint. Die Kwuzah war vor 20 Jahren auch die einzige mögliche Art für den Beginn der zionistischen Kolonisation und ist auch heute die geeignetste Form für die Okkupation neuen Bodens (nach den Gesetzen des Landes muß erworbener neuer Boden bearbeitet werden und darf nicht einige Jahre brachliegen). Man kann sagen: Am Anfang war und mußte sein die Kwuzah. Die frühere Kolonisation konnte nicht als Beispiel dienen. Erfahrene Arbeiter, denen man je eine eigene Parzelle zur selbständigen Bearbeitung übergeben hätte können, gab es nicht und selbst wenn solche vorhanden gewesen wären, konnte man dies aus Mangel an Mitteln nicht tun. Das ganze Budget des Palästinaamtes umfaßte £ 800 jährlich; mit einem solchen Betrag konnte man zwar eine Menschengruppe in provisorischen Holzbaracken unterbringen, für sie Arbeitsgeräte anschaffen und mit der Arbeit beginnen, er reichte aber nicht aus, um Kolonisationseinheiten zu organisieren, für die man eigene Gebäude und Arbeitsgeräte zur Verfügung stellen muß. Der Menschen- und Geldmangel führte notgedrungen zur Kwuzah. Die Kwuzah hat also den Boden mit geringen Mitteln okkupiert und diente auch als Schule füt Hunderte der im ganzen Lande zerstreute Chawerim. Diese historische Bemerkung vorausgeschickt, gehe ich zur Schilderung der heutigen Kwuzuh über. Das oberste Organ der Kwuzah ist die Generalversammlung. In dieser wird bei Beginn des Jahres das Arbeitsprogramm in allen Einzelheiten und auch das Budget für das ganze Jahr festgesetzt. Als Grundlage für dieses Arbeitsprogramm gilt die Bilanz des vorhergegangenen Jahres.. In den Generalversammlungen wird jeder Zweig untersucht, jede Ausgabe streng geprüft und auch erwogen, wie die Bilanz ins Gleichgewicht gebracht werden könnte. Arbeitszweige der Landwirtschaft sind: