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Palästina · 1929-04-01 · Heft 4-5 (April 1929) · p. Seite 51

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 4-5 (April 1929)
Article
Die Rolle des Keren Kajemeth bei Entwicklung der Haifa-Bay
Date
1929-04-01
Page
Seite 51 (sequence 22)
Language
German
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den Boden zu stecken, ein Narr wäre, wenn er ihn pachtete. Als Grund wird angegeben, daß man „Herr im eigenen Hause" sein möchte. Dies ist ein sehr trügerisches Argument. Nach dem System des Keren Kayemeth sind die Erbpächter ebensosehr Herren im eigenen Hause wie die freien Eigentümer, und wenn ihr Besitz belastet ist, sind sie als Pächter oft unabhängiger, weil sie weniger verschuldet sind. Der Pachtbesitz des Keren Kayemeth Lejisrael kann vererbt, verkauft, verschenkt werden, genau wie freies Eigentum. Allerdings kann der Keren Kayemeth Lejisrael seine Einwilligung zur Übertragung des Pachtrechtes versagen, wenn damit die Ziele, denen dieser Fonds dient, bedroht werden. Er kann die Enteignung von Kleinsiedlern zugunsten des Großgrundbesitzes verhindern, er kann eingreifen, wenn das Pachtrecht an Nichtjuden übertragen werden soll, usw. Aber wer, der am Aufbau der -jüdischen Heimstätte interessiert ist, wird dagegen Einwendungen machen? Welcher Einwand bleibt alsdann bestehen? Der folgende: Bei einem Pachtsystem wird die unverdiente Wertsteigerung dem Eigentümer des Bodens zugute kommen, und in der Tat hat der Keren Kayemeth Lejisrael daher das Recht, den Bodenwert in gewissen Zeitabschnitten neu einschätzen zu lassen und dementsprechend die Rente neu festzulegen. Soweit es den ländlichen Bodenbesitz angeht, brauchen wir über diese Bestimmung im Pachtvertrage des Keren Kayemeth Lejisrael nicht viel Worte zu verlieren. Nur in sehr wenigen Fällen kann man eine solche Versteigerung in einem Lande erwarten, in dem die Bodenpreise heute schon ganz ungerechtfertigt hoch sind. Anders liegt es indessen in städtischen Bezirken. Hier können die Bodenpreise sehr wohl steigen, aber da die Pachtrente auf Keren-Kayemeth-Lejisrael-Boden in der Regel weit hinter den üblichen Zinssätzen zurückbleibt und niemals die Hälfte dieser Zinssätze übersteigt, so ist es klar, daß die Steigerung des Bodenwertes erheblich sein muß, um solche Ersparnisse aufzuwiegen*). Es sei auch daran erinnert, daß der Verdienst aus erhöhtem Bodenwert eine spekulative Möglichkeit ist, während die Ersparnis an Renten eine Gewißheit darstellt. Das erstere kann nach Jahren eintreten (oder auch nicht), nachdem der Eigentümer sich durchgerungen und auch oft den Besitz verkauft hat, ehe seine Zeit kam; das letztere ist eine alljährlich wiederkehrende Tatsache. Der Kolonist auf Pachtbesitz kann seine Farm von Jahr zu Jahr in höherem Grade verbessern als sein *) Der deutsche Experte Dannebaum, Präsident der Hypothekenbank, sagt tatsächlich: „Die Erbpacht hat keine Vorteile für den Bodeneigentümer, denn er verliert soviel an Zinsen für sein investiertes Kapital, daß er besser daran wäre, wenn er sein Land verkaufen, anstatt ständig verpachten würde."

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