Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1929)
- Article
- Die Rolle des Keren Kajemeth bei Entwicklung der Haifa-Bay
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 45 (sequence 16)
- Language
- German
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- Haifa 3× ep/1047930
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Daß der Erwerb des Akkoterrains für die jüdische Kolonisation einer von Herzls Lieblingswünschen war, geht schon aus der Utopie hervor, die er unter dem Namen „Alt-Neuland" veröffentlichte und worin eines der packendsten Bilder des neu erstandenen Landes die Beschreibung des in Haifa vorgesehenen Hafens ist. Als seine Helden das Land Israels, und zwar die Haifabucht, 20 Jahre, nachdem sie der zivilisierten Welt entflohen waren, betraten — Herzl gibt im Jahre 1903 die Jahreszahl 1923 an — schreibt er: „Eine herrliche Stadt war an das tiefblaue Meer gelagert. Großartigste Steindämme ruhten im Wasser und ließen den weiten Hafen sogleich als das erscheinen, was er war: der bequemste und sicherste Hafen im östlichen Mittelmeer." Zu jener Zeit schien diese Vision genau so phantastisch wie der ganze übrige Roman — so unwirklich, wie die Mehrheit der Juden die Idee des Zionismus selbst betrachtete. Doch stellte der Haifaer Hafen nicht bloß das romantische Traumgebilde eines Novellisten dar. Herzls Tagebuch erbringt den Beweis, daß er die Möglichkeiten dieser Stadt und seiner Umgebung vom politischen und wirtschaftlichen Standpunkt aus ernsthaft erwogen hatte. Im Laufe seiner Verhandlungen mit der türkischen Regierung hat er mehr als einmal „das Haifagebiet und Umgebung" als Alternative für die verweigerte Konzession für das gesamte Palästina vorgeschlagen. Als die Rede davon war, daß ein Charter für jüdische Kolonisation in Mesopotamien im Bereiche der Möglichkeit läge, verlangte er die Einschließung dieses speziellen Gebietes. In einem Brief vom 25. Juli 1902 an den Sultan in Therapia befindet sich folgender Passus: „ . . . Die kaiserliche Regierung würde uns einen Charter oder eine Konzession für jüdische Kolonisation in Mesopotamien bewilligen, wie S. M. geruhten, mir im letzten Februar anzubieten, wozu noch das Gebiet von Haifa und Umgebung käme. ... Wir haben dagegen einen Charter oder eine Konzession für eine Kolonisationsgesellschaft in Mesopotamien und einen kleinen Teil Palästinas verlangt. Die Gesellschaft würde natürlich eine Rückzahlung zu leisten haben, die pro Kolonisationsfamilie zu berechnen wäre. . . . Eine Deklaration (des Sultans) für das jüdische Volk würde das große Signal sein, um die Intelligenz, das Kapital, die Industrie uiid Unternehmertum aller Art anzuziehen, und nicht nur Mesopotamien und Haifa mit einem kleinen Teil seines Hinterlandes würden davon profitieren, sondern das ganze ottomariische Reich." Dieser Hinweis wie auch das Zitat aus „Alt-Neuland" weisen auf die Wichtigkeit hin, die Herzl diesem Landstrich, dem Hinterland von Haifa, beimaß, das jetzt, im 25. Todesjahre Herzls, in den Besitz des Jüdischen